GPA-djp-Fetik: Papamonat - den schönen Worten müssen Taten folgen!

Nicht nur betroffene Väter und deren Familien, sondern auch Unternehmen profitieren von der Sozialkompetenz, die man durch Kinderbetreuung lernt

Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) "Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr, in diesem alten Sprichwort steckt mehr als das ebenso zitierte Körnchen Wahrheit, nicht umsonst fordern wir seit langem einen Papamonat. Es ist zwar erfreulich, wenn der Wirtschaftsminister sich jetzt auch daran erinnert, die Einführung des Papamonats im Regierungsübereinkommen erwähnt zu haben, aber es braucht mehr als schöne Worte", fordert die Frauenvorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Ilse Fetik. Trotz der Beteuerungen vieler Unternehmen, wie attraktiv ihre Arbeitsplätze auch in Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wären, seien Arbeitgeber, die einen Papamonat ermöglichen, deutlich in der Minderheit.++++

"Alle diese plakativen Sager nutzen nichts, wenn man bei der Umsetzung konkreter Vorhaben auf der Bremse steht", so Fetik weiter. Die Statistik der Väter unter den Beamten, die den Papamonat in Anspruch nehmen, beweise das große Interesse. Auch im Finance-Bereich nutzen immer mehr Männer die seit dem Vorjahr erstmals im Kollektivvertrag verankerte Möglichkeit eines Papamonats, obwohl dieser nicht bezahlt wird. "Gerade in der ersten Zeit nach der Geburt eines Babys ist der finanzielle Aufwand aber besonders groß", so Fetik, die in der Privatwirtschaft auch Handlungsbedarf ortet, was die Regelung des Papamonats mit der Sozialversicherung betrifft.

"Ein Papamonat ist ein wesentlicher Schritt auf dem wichtigen Weg zu mehr Gleichberechtigung. Es ist also eine Form der Diskriminierung von Männern, wenn nicht alle in der Arbeitswelt die selben Möglichkeiten haben, diesen Papamonat auch wahrzunehmen - von dem nicht nur die Betroffenen, sondern natürlich auch die Unternehmen etwas haben: Sie profitieren von der Sozialkompetenz der Männer. Außerdem sind männliche Führungskräfte, die selbst viel Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen, aufgeschlossener gegenüber ihren MitarbeiterInnen und deren Betreuungspflichten", fordert Fetik den Wirtschaftsminister auf, die Unternehmen endlich in die Pflicht zu nehmen: "Die Gewerkschaft ist ein aktiver Verhandlungspartner, wenn es um den Papamonat geht. Was meistens fehlt, ist die Aufgeschlossenheit unserer Gegenüber bei den Kollektivvertragsverhandlungen. Die meistens von Männern dominierten Arbeitgebergremien haben offenbar nicht mitbekommen, dass sich an den Bedürfnissen und Verhaltensweisen der männlichen Mitarbeiter etwas wichtiges geändert hat. Wir erinnern sie gerne daran!"

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