PM Diakonie: Asyl: Organisatorisches Problem nicht als Missbrauchsproblem verkleiden

14.500 Anträge des Jahres 2011 sind nicht einmal die Hälfte der Jahre 2000 bis 2005

Wien (OTS) - "Ein Anstieg von 30 Prozent bei den Anträgen auf Asyl ist bei weitem keine Flüchtlingswelle, sondern ein Einpendeln auf einen leichten Wiederanstieg der Antragszahlen wie er europaweit zu beobachten ist," betont Martin Schenk, stellvertretender Direktor der Diakonie. "Das ist bei Weitem kein Grund gleich wieder in die politische Trickkiste zu greifen und die üblichen Feindbilder heraufzubeschwören."

Nachdem fast überall in Europa die Antragszahlen zwischen 2006 und 2008 dramatisch zurückgegangen waren, steigen sie nunmehr in Österreich, genauso wie auch in den anderen europäischen Staaten, schon seit drei Jahren wieder leicht an und pendeln sich auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau ein.

"Schwankungen bei den Antragszahlen gehören zur Normalität in der Asylprüfung und müssten in einem professionellen Verwaltungsmanagement einkalkuliert sein," kritisiert Schenk.

Und er erinnert daran, dass zwischen 2001 und 2005 die Asylantragszahlen in Österreich bei durchschnittlich knapp 30.000 Neuanträgen gelegen waren: "14.500 Anträge des Jahres 2011 sind damit nicht einmal die Hälfte dieses Wertes und angesichts der dramatischen Umbrüche in Nordafrika und der anhaltend schwierigen Sicherheitslagen in Afghanistan und Tschetschenien bei weitem kein Grund zur Panik," so Schenk.

Das Innenministerium sei vielmehr aufgerufen, ein organisatorisches bzw. ein Verwaltungsproblem nicht als Sicherheits-und Missbrauchsproblem zu verkleiden.

Weiters erinnert die Diakonie das Innenministerium daran, sich vielmehr seiner Verantwortung als Flüchtlingsschutz-Behörde bewusst zu werden, und diese Rolle auch aktiv wahrzunehmen.

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Roberta Rastl-Kircher
Diakonie Österreich, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: (+43) 1 409 80 01-14, Mobil: (+43) 664 314 93 95
E-Mail: roberta.rastl@diakonie.at
Web: www.diakonie.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | DIK0001