Gewerkschaft vida: "Bei Hausbetreuung liegt nach wie vor vieles im Argen"

Fairer Umgang sowohl mit HausbesorgerInnen als auch mit MieterInnen fehlt

Wien (OTS) - (vida/ÖGB) "Während sich die Parteien zuletzt ein politisches Hick-Hack darüber lieferten, warum Hausbetreuung in Wien auch ohne Hausbesorgergesetz gut funktioniert, schaut die Realität für Beschäftigte und MieterInnen anders aus", stellt Karl Frint, Vorsitzender der vida-Bundesfachgruppe Reinigung und Wartung und Zentralbetriebsratsvorsitzender von Wiener Wohnen, klar. Die Gewerkschaft vida hält fest, dass HausbetreuerInnen unter oft unzumutbaren Bedingungen ihre Arbeit verrichten müssen, gesetzliche Bestimmungen werden oft nicht eingehalten und MieterInnen müssen für Leistungen bezahlen, die unter den vorherrschenden Umständen schlichtweg nicht erbracht werden können.++++

Seit der Abschaffung des Hausbesorgergesetzes durch die schwarz-blaue Regierung im Jahr 2000 ist nahezu jeder zweite HausbesorgerInnenposten weggefallen, das ist ein Verlust von 10.000 Arbeitsplätzen. Im Gegenzug hat sich die Zahl der ArbeitnehmerInnen in der Reinigungsbranche aber nicht erhöht. "Die anstehenden Aufgaben erledigen seither MitarbeiterInnen von Reinigungsfirmen unter teils unzumutbaren Bedingungen ", kritisiert Karl Frint. "Den MitarbeiterInnen wird eine Zeiteinteilung vorgeschrieben, die nicht umsetzbar ist, etwa weil Fahrzeiten zwischen den Standorten nicht ordentlich eingerechnet werden. Der Druck ist enorm, dementsprechend ist die Branche gekennzeichnet von extrem hoher Personalfluktuation und vielen Krankenständen."

Den MieterInnen werden die nicht erbrachten Leistungen von den Reinigungsfirmen sehr wohl verrechnet. Beispielsweise verspricht das neue Modell der Wiener HausbetreuerInnen den GemeindebaumieterInnen Konfliktmanagement, in der Praxis ist dafür schlichtweg keine Zeit. Eine Vertrauensbasis zwischen HausbetreuerInnen und BewohnerInnen kann unter diesen Rahmenbedingungen schwer geschaffen werden. Kommunikation erfolgt nicht in eingeplanten Zeitvorgaben.

Die Gewerkschaft vida fordert, dass bestehende Gesetze, wie etwa Ruhebestimmungen, eingehalten werden. Es muss außerdem faire Vereinbarungen sowohl mit den Beschäftigten als auch mit den MieterInnen geben. Als positive Beispiele dienen hier die BWSG oder die BUWOG, die MitarbeiterInnen zu besseren Rahmenbedingungen eingestellt haben, als in der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigungsbranche üblich.

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