Neue AKNÖ-Analyse zeigt: Vermögen gehört einer kleinen Minderheit

AKNÖ-Haneder: "Mittelstand muss wirklich nicht vor Vermögenssteuer zittern"

Wien (OTS) - Die Abteilung Wirtschaftspolitik der Niederösterreichischen Arbeiterkammer beschäftigt sich in einer brandneuen Analyse damit, wie die Vermögen in Österreich verteilt sind. Ob es um Immobilien geht oder um Geld - das Vermögen in diesem Land gehört zum überwiegenden Teil einer Minderheit. "Der vielzitierte Mittelstand muss also wirklich nicht vor einer Vermögenssteuer zittern", sagt AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.

Das ergibt die Analyse "Perspektiven einer Vermögensbesteuerung", für die Autor Matthias Koderhold von der AKNÖ-Wirtschaftspolitik 31 Berichte, Studien und Analysen von Nationalbank, OECD und ÖkonomInnen ausgewertet hat. Die Ergebnisse hat er auf 28 Seiten komprimiert, was die Analyse zu einer der übersichtlichsten macht, die es im Bereich Vermögensanalyse in Österreich gibt.

Nicht einmal zwei Prozent der Sparbücher in Österreich haben Einlagen von mehr als 50.000 Euro - auf diesen Sparbüchern liegt aber fast ein Drittel der gesamten Sparguthaben. Die reichsten 3.500 Haushalte haben so viel Geldvermögen wie die untere Hälfte.
Ebenso hoch ist die Konzentration bei den Wertpapieren. "Nur etwa 26 Prozent der Haushalte haben überhaupt Aktien, Anleihen oder dergleichen. Bei den reichsten zehn Prozent sind es um die 80 Prozent, die risikoreiche Kapitalanlagen besitzen - bei den Haushalten, die vom Vermögen her genau in der Mitte liegen, sind es nicht einmal 20 Prozent."

"Die Ungleichverteilung sieht man auch bei den Immobilien", erklärt Koderhold. Die reichsten zehn Prozent der Haushalte haben 61 Prozent des Immobilienvermögens. "Noch deutlicher wird es, wenn man die Hauptwohnsitze heraus rechnet", sagt Koderhold: "Da haben die obersten zehn Prozent 85 Prozent des Immobilienvermögens". Gleichzeitig werden Vermögen in Österreich so gut wie nicht besteuert. "In der EU haben nur zwei Staaten niedrigere Vermögenssteuern."

"Argument Mittelstandssteuer ist widerlegt"
Aus Sicht von AKNÖ-Präsident Hermann Haneder widerlegt die Analyse das Argument, dass Vermögenssteuern Mittelstandssteuern seien:
"Höhere Immobiliensteuern mit entsprechenden Freibeträgen würden die kleinen Häuslbauer nicht belasten. Bei einem Freibetrag von 500.000 Euro würden noch nicht einmal die reichsten zehn Prozent vollständig erfasst. Selbst da würde immer noch eine Steuerbasis von 520 Milliarden Euro übrigbleiben."

Budgetkonsolidierung mit Vermögenssteuern möglich
Für Präsident Haneder ist die Analyse "eine hervorragende und vor allem neutrale Diskussionsgrundlage." Deutliches Ergebnis aus seiner Sicht: "Alleine mit Vermögenssteuern wie in der OECD üblich hätten wir Mehreinnahmen von mehr als 3 Milliarden Euro im Jahr. Eine Budgetkonsolidierung über Vermögenssteuern alleine geht also."

Die Analyse zum Download gibt es auf noe.arbeiterkammer.at/publikationen.htm (Kategorie Wirtschaft und Einkommen)

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AKNÖ-Wirtschaftspolitik, Matthias Koderhold
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