AK und IV mit neuen Impulsen für die Familienpolitik in Österreich

Wien (OTS) - Die Bundesarbeitskammer (AK) und die Industriellenvereinigung (IV) setzten sich heute im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam für eine Reform der Familienförderung ein. Konkret fordern IV und AK:
(1) Eine einzige "Familienbeihilfe Neu". Diese Zusammenführung aller geldwerten Leistungen und Steuerleistungen unabhängig vom Alter und der Familienstruktur tritt an die Stelle vieler unübersichtlicher Transfers. "Für jedes Kind gibt es eine Geldleistung von 210 Euro pro Monat unabhängig von Alter und Anzahl der Kinder. Dieses Modell ist einfach, transparent und aus unserer Sicht treffsicherer als das derzeitige unübersichtliche System", erläutert IV-Präsident Veit Sorger. "Außerdem ist damit klarer, dass jedes Kind grundsätzlich gleich viel wert ist. Für Eltern von behinderten Kindern (plus 140 Euro pro Monat) und für Alleinerziehende (plus 50 Euro pro Monat) gibt es natürlich weiterhin mehr Geld. Sie sind ja stärker belastet als andere Eltern", betont AK-Präsident Herbert Tumpel.
(2) Zweckgebundene Gutscheine im Wert von 35 Euro im Monat pro Kind fördern die Familien darüber hinaus dort, wo sie es individuell am meisten brauchen - bei der Betreuung und der Bildung der Kinder. Die Gutscheine können entweder gebündelt (für Kinderbetreuung, Nachmittagsbetreuung, Skikurse, Nachhilfeinstitute, Sprach- und Musikausbildung usw.) oder nach und nach (für Tageseltern, Ganztagesschulen usw.) eingelöst werden.
(3) Durch Umschichtungen bei den Familienleistungen von Geldleistungen und Steuerabsetzbarkeit hin zu Sachleistungen kann der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen rasch gedeckt werden. Ziel von IV und AK ist dabei die Schaffung von 35.000 neuen Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige binnen vier Jahren, die Erweiterung der Öffnungszeiten von weiteren 70.000 Kinderbetreuungsplätzen sowie eine Verbesserung der pädagogischen Qualität (kleinere Gruppen, mehr Personal).

Hauptziel der gemeinsamen Vorschläge von Arbeiterkammer und Industriellenvereinigung soll eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein. "Einer Alleinerzieherin von einem Zweijährigen, die im Handel arbeitet, hilft ein Kindergarten-Platz weit mehr als ein Steuerabsetzbetrag", ist sich Tumpel sicher. Durch den Ausbau der Kinderbetreuung könnten mehr als 10.000 Arbeitsplätze in der Kinderbetreuung selbst geschaffen werden. Darüber hinaus könnten mehr als 27.000 Eltern - vor allem Mütter - erwerbstätig sein, die zuvor durch Betreuungspflichten daran gehindert waren. "Davon profitieren beide Seiten: Betriebe ebenso wie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", betont Sorger.
Die Mittel der Familienförderung wären außerdem zielorientierter und effizienter eingesetzt, der Verwaltungsaufwand dagegen geringer. "Die Rechnung geht auch für den Staat auf", sagt Sorger: "Durch die neue Familienförderung würde ein Einsparungsvolumen von 100 Millionen Euro frei."

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