Die Wiener Hausbetreuer: Das neu geschaffene Angebot für GemeindebaumieterInnen wird sehr gut angenommen

2011 konnten mehr MitarbeiterInnen eingestellt werden, als HausbesorgerInnen durch Pensionsantritt ausgeschieden sind. Sie kommen dort zum Einsatz, wo die BewohnerInnen dies wünschen.

Wien (OTS) - "Insgesamt 92 Wiener Hausbetreuerinnen und
Hausbetreuer sind derzeit bereits in den Wiener Gemeindebauten beschäftigt. 79 von ihnen stehen - zum größten Teil schon seit Monaten - in ihrem persönlichen Betreuungssprengel im Einsatz. Damit bieten wir den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wiener Gemeindebauten wieder direkte Ansprechpartner vor Ort, die gleichzeitig auch für die Betreuung der Wohnhausanlagen verantwortlich zeichnen", zog der Wiener Wohnbaustadtrat, Michael Ludwig, eine aktuelle Zwischenbilanz. "Das von der Stadt Wien speziell für die Wiener Gemeindebauten geschaffene Alternativangebot zum nach wie vor verhinderten ,Hausbesorger neu' wird sehr gut angenommen. 86 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind daher alleine im abgelaufenen Jahr neu aufgenommen worden." Die Zahl der Neueinstellungen liege somit über der Anzahl der im Vorjahr durch Pensionsantritt ausgeschiedenen ehemaligen HausbesorgerInnen, wie Stadtrat Ludwig unterstrich.

Von den nach dem "alten" Hausbesorgergesetz angestellten HausbesorgerInnen, die noch bis zum Jahr 2000 auf Basis dieser bundesgesetzlichen Regelung eingestellt werden konnten, standen zum Jahreswechsel 2011/2012 noch exakt 1.897 MitarbeiterInnen in den Wiener Gemeindebauten im Einsatz. 74 hatten im Jahr 2011 den Ruhestand angetreten. Neueinstellung von HausbesorgerInnen sind jedoch seit dem Jahr 2000, österreichweit weder im Gemeindebau noch im Privathausbereich, keine mehr möglich, wie Ludwig erneut betonte:
"Bis heute ist es aufgrund der Abschaffung des früheren Hausbesorgergesetzes durch die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung im Jahr 2000 nicht möglich, neue Hausbesorgerinnen und Hausbesorger anzustellen. Eine neue, dafür notwendige bundesgesetzliche Regelung scheitert nach wie vor am Veto der ÖVP."

Trotz der überwältigenden Mehrheit von 84 Prozent der Wienerinnen und Wiener, die sich im Rahmen der Wiener Volksbefragung dafür ausgesprochen haben, dass wieder die Möglichkeit geschaffen werde, neue HausbesorgerInnen anzustellen, werde die Schaffung eines neuen Hausbesorgergesetzes seitens der ÖVP weiterhin blockiert. Auch die Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetzesvorschlages änderte daran nichts, so Ludwig.

Wiener Modell als Angebot für die Wiener Gemeindebauten

Mit dem Modell der Wiener HausbetreuerInnen wurde daher von der Stadt Wien ein Alternativangebot zum verhinderten "Hausbesorger neu" - also HausbesorgerInnen, die mit einem modernem Berufsbild ausgestattet und auf Basis einer zeitgemäßen gesetzlichen Grundlage beschäftigt sein sollten - geschaffen. "Seit dem Frühjahr 2011 bieten wir im Bereich der Wiener Gemeindebauten, überall dort, wo es die Mehrheit der Mieterinnen und Mieter wünscht, mit den Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuern eine Alternativlösung - auf Basis der derzeit geltenden gesetzlichen Bestimmungen - an", erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Im Mittelpunkt steht dabei, dass die MitarbeiterInnen klar definierte Betreuungstätigkeiten haben und den BewohnerInnen vor allem auch als direkte AnsprechpartnerInnen mit fixen Sprechstundenzeiten zur Verfügung stehen.

So werden all jene Wohnhausanlagen, wo zuletzt noch tätige HausbesorgerInnen aus ihrem Dienst ausscheiden, von der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung übernommen. Die Betreuung erfolgt über die mobilen Teams des Tochterunternehmens von Wiener Wohnen. In einem weiteren Schritt wird den BewohnerInnen das Modell der Wiener HausbetreuerInnen angeboten. "In Abstimmung mit den jeweiligen Wohnhausanlagen und in Einklang mit dem Wunsch der Mehrheit der Hausgemeinschaft hatten wir uns im April 2011 zum Ziel gesetzt, schrittweise jedes Monat acht bis zwölf Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer zum Einsatz zu bringen", so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Mit heute insgesamt 92 Wiener HausbetreuerInnen, 79 davon in direkt der von ihnen zu betreuenden Wohnhausanlage, wurde diese Zielsetzung klar übertroffen.

Klar definierte Aufgaben zu fixen Arbeitszeiten

Mit den Wiener HausbetreuerInnen, die täglich in der von ihnen betreuten Wohnhausanlage vor Ort sind und fixe, den MieterInnen bekannte, Sprechstundenzeiten haben, wird dem vielfachen Wunsch nach der ,guten Seele' im Haus entsprochen. Der Leistungsumfang bezieht sich auf die Reinigung der gesamten Innen- und Außenbereiche zu klar festgelegten Dienstzeiten. Ausgenommen davon ist der Winterdienst, der aufgrund der geltenden Bestimmungen des Arbeitszeit- und Arbeitszeitruhegesetzes nicht möglich ist. Bei Schneefall ist vorgesehen, dass die Wiener HausbetreuerInnen die vorherrschenden Witterungsverhältnisse telefonisch an die Einsatzleitung der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung melden und bei Gefahr in Verzug - etwa bei Blitzeisbildung - eine Streuung durchführen. Denn anders als die Hausbesorgerinnen und Hausbesorger, die vom allgemeinen Arbeitszeitruhegesetz ausgenommen sind, müssen die Wiener HausbetreuerInnen, die eben nicht auf Basis des nunmehr auslaufenden, früheren Hausbesorgergesetzes beschäftigt werden können, gemäß der gesetzlichen Rahmenbedingungen die Ruhezeiten einhalten und dürfen die vorgeschriebenen Maximalarbeitszeiten nicht überschreiten.

Die Aufgaben der Wiener HausbetreuerInnen im Überblick

  • Fachgerechte Reinigung der zugeordneten Bereiche
  • Eingeschränkter Winterdienst und Meldung von Schneefall an die Einsatzzentrale, Durchführung von Sofortmaßnahmen bei Gefahr in Verzug
  • Kontrolle der Wohnhausanlagen und Meldung eventueller Schäden an die Hausverwaltung Wiener Wohnen
  • Durchführung einfacher Kleinreparaturen oder Unterstützung des Technikteams zur Durchführung von größeren Reparaturarbeiten
  • Lagerverwaltung und Materialanforderung
  • direkte AnsprechpartnerInnern mit fixen Sprechstunden für MieterInnen und MietervertreterInnen und damit die Kommunikationsschnittstelle zur Hausverwaltung Wiener Wohnen
  • Entgegennahme und Weiterleitung von Anfragen, Wünschen und Anregungen der MieterInnen an die Hausverwaltung
  • Einführung von NeumieterInnen in der Wohnhausanlage
  • Konfliktmanagement

Ausbildung in Kommunikation und Methoden zur Konfliktmanagement

Die Wiener HausbetreuerInnen werden mit dem Ziel der internen Qualifikation auf ihre Aufgaben praktisch und fachlich bestens vorbereitet. Neben der allgemeinen Einführung werden die neuen MitarbeiterInnen durch den Einsatz in einem erfahrenem Team umfassend mit der professionellen Reinigung und Durchführung von Reparaturen -gemäß den Standards der Haus- und Außenbetreuungs GmbH - vertraut gemacht. Neben der rund sechswöchigen praktisch-fachlichen Einschulungsphase werden auch noch spezielle Qualifikationen erworben. Verpflichtend vorgesehen ist etwa eine Aufzugsschulung, um die Betreuung der Lifte gemäß der geltenden Rechtsvorschriften gewährleisten zu können. Außerdem werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in Kommunikation und Methoden der Konfliktmanagement geschult. Am Ende der berufsbegleitenden Ausbildung, die von der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung durchgeführt wird und rund ein halbes Jahr dauert, erhalten die MitarbeiterInnen ein eigens Ausbildungszertifikat.

Von den derzeit 92 beschäftigten HausbetreuerInnen haben bereits 59 diese zertifizierte Ausbildung absolviert. 30 von ihnen konnte Mitte Dezember das entsprechende Zertifikat überreicht werden.

Faires und transparentes Entlohnungssystem - auch als Teilzeit-Job

Die Wiener HausbetreuerInnen werden nach der zu reinigenden Fläche (Stiegenhäuser, allgemeine Flächen) und den zu verrichtenden Tätigkeiten leistungsgerecht entlohnt. Bei der Zuordnung der zu betreuenden Gebäudeteile wird darauf geachtet, dass neben der Reinigung, den Kontrollgängen und Kleinreparaturen auch Zeit für die MieterInnen vorhanden ist. Der direkte Kontakt zwischen den MieterInnen und den Wiener HausbetreuerInnen ist ein von Wienerinnen und Wienern vielfach geäußerter Wunsch, dem durch diese Regelung Rechnung getragen wird.

Im Gegensatz zu den bisherigen HausbesorgerInnen ist keine Dienstwohnung vorgesehen. Die Vertretung während des Urlaubs oder im Krankheitsfall erfolgt durch Teams der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung und kann nicht, wie bei den bestehenden HausbesorgerInnen selbst geregelt werden.

Vor diesem Hintergrund wird schließlich im Vorfeld in jeder Wohnhausanlage, wo entsprechende Wünsche nach dem neuen Modell der Wiener HausbetreuerInnen vorliegen, darüber abgestimmt, ob dieser Wunsch auch von der Mehrheit der Hausgemeinschaft getragen ist. Zudem gilt es, diese Wohnhausanlagen mit den BewerberInnen bzw. den verfügbaren Kapazitäten von bereits bestehenden Wiener HausbetreuerInnen, die im direkten Umfeld wohnen, in Einklang zu bringen.

Grundsätzlich müssen BewerberInnen nicht über eine fertige Berufsausbildung verfügen. Die entsprechende Ausbildung wird von der Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung berufsbegleitend angeboten. Auch Teilzeitbeschäftigungen sind möglich.

Informationen für MieterInnen und BewerberInnen

Interessierte melden sich bei:

Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung GmbH
Landstraßer Hauptstraße 99/1/3A
1030 Wien
www.hausbetreuung-wien.at
Servicenummer: 0800 80 80 27 (Schluss) csi

Rückfragen & Kontakt:

Hanno Csisinko
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81983
hanno.csisinko@wien.gv.at

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