Kardinal Schönborn betont die "Tugenden des Zusammenlebens"

Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn und Maßhalten seien in der Krise besonders wichtig.

Wien (OTS) - Er befürwortet eine Abkehr von der Schuldenpolitik
und mahnt dazu, Politiker zwar konstruktiv zu kritisieren, aber nicht verächtlich zu machen. =

31.12.2011 (PEW) Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn hat in seiner Sylvesteransprache in ORF2 davon gesprochen, dass angesichts der Schuldenkrise in der kommenden Zeit die "Tugenden des Zusammenlebens" von besonderer Wichtigkeit sein werden:
Verantwortungsbewusstsein, Gemeinschaftssinn und Maßhalten. Die katholische Kirche sei für die Schuldenbremse, so der Kardinal, weil das soziale Netz unter der Last der Schulden zu zerreißen drohe. Es sollten aber nicht, die armen den Gürtel noch enger schnallen müssen, sondern wer mehr habe, müsse auch bereit sein, mehr zu geben. Wer gibt, habe aber auch das Recht, dass der Staat mit seinem Geld sparsam und verantwortungsvoll umgehe.

Kardinal Schönborn nannte weiters als "besonderes Anliegen", dass man nicht "in verächtlicher Weise über Politiker herziehen" solle. Dies sei geradezu Mode geworden. Konstruktive Kritik sei notwendig, aber "die, die das Steuer des Bootes in der Hand haben, bedürfen auch unsere Solidarität und unsere Wertschätzung".

Der Kardinal schloss mit Wünschen für ein "gesegnetes, friedvolles, gutes neues Jahr" und zitierte die letzte Strophe des vom evangelischen Märtyrer der NS-Zeit Dietrich Bonhoeffer stammenden Kirchenlieds: "Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jeden neuen Tag."

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