Gemeinsam für mehr Verkehrssicherheit in Kärnten

LH Dörfler und Oberst Winkler präsentierten Unfallstatistik 2011 - Bisher niedrigste Zahl an Verkehrstoten - Maßnahmen von Land und Polizei greifen

Klagenfurt (OTS/LPD) - Von 1. Jänner bis 28. Dezember 2011 starben auf Kärntens Straßen 32 Menschen. Das sind noch immer um 32 zuviel, aber es ist die bisher niedrigste Opferzahl. Die gemeinsamen Maßnahmen von Polizei und Land Kärnten greifen also, wie Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler und der Leiter der Kärntner Verkehrspolizei, Oberst Adolf Winkler, heute, Freitag, in einer Pressekonferenz betonten. Sie wollen die Unfallzahlen durch Aufklärung, Kontrollen, bauliche Maßnahmen und Sicherheitsaktionen noch weiter senken.

Dörfler machte die Situation in Zehnjahresschritten anschaulich. So starben 1962 noch 154 Menschen bei Verkehrsunfällen in Kärnten, 1972 waren es 245, 1982 starben 148, 1992 waren es mit 110 Toten zum letzten Mal über 100 und 2002 waren 83 Menschenleben zu beklagen. Im Vorjahr gab es 42 Verkehrstote und heuer 32. Die meisten Verkehrstoten, nämlich 21, gab es heuer auf Landesstraßen B, fünf Menschen starben auf Gemeindestraßen, vier auf Landesstraßen L und zwei auf Autobahnen. 23 waren männlich und neun weiblich. Der Bezirk mit den meisten Verkehrstoten war Spittal mit acht, gefolgt von Villach mit fünf. Mit 14 Toten gab es die meisten in der Altersgruppe über 60. Die meisten Todesopfer, nämlich 18, gehen auf PKW-Unfälle zurück.

2011 wurden vier Fußgänger getötet, drei davon in der dunklen Jahreszeit, im März, Oktober und Dezember. Der Landeshauptmann appellierte an die Menschen, sich hell und reflektierend zu kleiden. Er verwies auf die erfolgreiche "Sichtbar Sicher"-Aktion für Senioren mit Verkehrsexperten Adolf Reiter oder das Kinder-Sicherheitsmaskottchen "Polizist Ferdinand". Er erwähnte auch seine Warnwestenaktion, aus der schließlich ein Bundesgesetz entstanden sei. Gemeinsam mit der Kärntner Polizei habe man ein Paket geschnürt, das maßgeblich zur Senkung der Verkehrsunfälle beigetragen habe.

Als neue Schwerpunkte nannte Dörfler das Einbremsen von Motorradrasern und er will eine Kampagne für mehr Konzentration beim Fahren starten. "Am Lenkrad ist man Lenker, nicht Telefonierender oder Essender", kritisierte er das gefährliche Verhalten mancher Autofahrer. Als weitere Maßnahme will man die Flüssigkeit des Verkehrs erhöhen. Ein neuer Zentralrechner soll die Ampeln vorerst in Villach und Klagenfurt frequenzabhängig steuern. Morgens soll es also zum Beispiel stadteinwärts und abends stadtauswärts mehr Grünphasen geben. Zudem werde weiterhin jeder Unfall genau ausgewertet, um zu sehen, ob man baulich etwas für mehr Verkehrssicherheit an dieser Stelle tun könne. Auch einige Bahnquerungen werde man im nächsten Jahr optimieren, für Bad Saag stehe man um eine Bahnunterführung mit den ÖBB in Verhandlungen.

Oberst Winkler betonte, dass die Polizei das Verantwortungsgefühl und Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer weiter schärfen wolle. Die präventive Arbeit bringe positive Früchte hervor, so habe man bis Ende November die Zahl der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss um 15 Prozent senken können. Das sei die beste Zahl in Österreich.

Genannt wurde in der Pressekonferenz auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Von 1. Jänner bis 28. Dezember waren es in Kärnten 2.858, 2010 waren es noch 2.898 und 2002 sogar noch 4.184. Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden wurden heuer 3.391 Personen verletzt, 2010 waren es noch 3.493.

Bei der Pressekonferenz war auch der Leiter der Abteilung 7-Kompetenzzentrum Wirtschaftsrecht und Infrastruktur, Albert Kreiner, anwesend. Er machte auf die Rettungsgasse aufmerksam, die ab Jahresbeginn eingeführt wird. Auf der Schnellstraße zwischen Klagenfurt und St. Veit sei jedoch keine Rettungsgasse zu bilden, weil es dort keine Mitteltrennung gebe, so Kreiner. Gemeinsam mit dem Landeshauptmann sprach er zudem die Forderung nach einer zweiten vollausgebauten Karawankentunnelröhre an. Mit dem EU-Beitritt Kroatiens werde sich der Verkehr auf der A11 erhöhen, die zweite Tunnelröhre sei unerlässlich für mehr Verkehrssicherheit sowie zur Vermeidung von Stau. Kärnten, Slowenien und auch Kroatien setzen sich gemeinsam dafür ein.
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