Musiol zu Papamonat: Anstatt endlich aktiv zu werden, wiederholt Mitterlehner nur alte Forderungen

Grüne: Auch Kindergeldvarianten müssen vereinfacht und Benachteiligung von Alleinerziehenden beseitigt werden

Wien (OTS) - Als "politische Frozzelei" bezeichnet die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol, die Aussage von Familienminister Reinhold Mitterlehner. Laut APA zeigt er sich 'offen' für den Papamonat. "Dieses Vorhaben steht im Koalitionspakt von SPÖ-ÖVP. Und der ist bereits drei Jahre alt! Die Einführung eines Papamonats wäre für Österreichs Familien und Jungeltern erfreulich. Daher soll Mitterlehner seinen Ankündigungen endlich Taten folgen lassen", fordert Musiol.

Der Papa-Monat ist eine wichtige Möglichkeit um einerseits die Beziehung zwischen Vater und Kind zu unterstützen und andererseits Eltern die Möglichkeit zu geben, sich an ihre neue Rolle gemeinsam zu gewöhnen. "Es sollte daher jedenfalls nach der Geburt innerhalb der ersten Monate bei vollem Einkommensersatz die Inanspruchnahme eines Papa-Monats möglich sein. Der Vorschlag von Minister Mitterlehner, er wurde bereits vor sechs Monaten von Frauenministerin Heinisch-Hossek gemacht, die Karenzzeit vorzuziehen, ist ein pragmatischer Zugang, damit hier überhaupt etwas weitergeht", betont Musiol. "Hat dieser Vorschlag eine Chance auf Realisierung, dann ist das sicher besser als gar nichts. Klar muss jedenfalls sein, dass die Väter vollen Einkommensersatz erhalten. Nur so können sich den Papamonat auch alle Familien leisten."

Die Grünen fordern zudem seit langem eine Vereinfachung der Kindergeldvarianten und eine Beseitigung der Benachteiligungen von Alleinerziehenden. Die lange Variante (30+6), bei der Kündigungsschutz und Karenzzeit auseinanderfallen, ist eine Falle für die Berufstätigkeit von Frauen. "Diese muss abgeschafft werden", ist Musiol überzeugt. "Aber auch die übrigen Varianten stellen Eltern vor einen unüberschaubaren Regelungsdschungel. Selbst informierte Eltern brauchen Tage um sich für eine Variante zu entscheiden und sind oft bis zum Ende ihres Kindergeldbezuges nicht sicher, ob sie die für sie beste Variante gewählt haben. Hier gibt es zu wenig Rechtssicherheit und Rechtstransparenz."
Weitere Forderungen der Grünen sind die Ausdehnung der Dauer des Papamonats und die
Teilung der Karenzzeit für getrennt lebende Eltern. "Es muss endlich auf die verschiedenartigen Familienrealitäten Rücksicht genommen werden", fordert Musiol und gibt zu bedenken: "Bleibt also abzuwarten, ob es sich hier wieder nur um Ankündigungen handelt oder ob wirklich Maßnahmen für Jungfamilien folgen."

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