Scheele informiert über Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gegenüber NÖ-Jugendheimen

Opferschutzkommission genehmigte bereits 315.000 Euro Entschädigung und 1.300 Therapieeinheiten

St. Pölten (OTS/SPI) - Gegen Ende des Jahres gibt Niederösterreichs Landesrätin für Gesundheit, Soziales und Jugendwohlfahrt Mag.a Karin Scheele einen ersten Überblick über die bisherige Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gegenüber Landesjugendheimen: "Das Jahr 2011 hat die dunkelsten Kapitel der Jugendwohlfahrt ans Licht gebracht. Derzeit halten wir bei 84 Fällen von Pflichtverletzung, körperlicher und seelischer Gewalt sowie sexuellen Misshandlungen von Minderjährigen in unseren Einrichtungen der Jugendwohlfahrt. Von diesen, der Erstanlaufstelle der NÖ Kinder-und Jugendanwaltschaft gemeldeten, Vergehen konnten die Untersuchungen in 23 Fällen bereits abgeschlossen werden.

Für Scheele ist wichtig, dass jedem Missbrauchsvorwurf nachgegangen und jedes Opfer ernst genommen wird. Ihre Politik der "Null-Toleranz" gegenüber solchen Übergriffen verlangt lückenlose und schnelle Aufklärung: "Wir sind es den Opfern schuldig die Finger in die Wunden zu legen - auch wenn und gerade weil das mediale Interesse nach Bekanntwerden der vielen Vorwürfe nachlässt. Die Opfer von Gewalt müssen ihre Geschichte jederzeit vertraulichen und kompetenten BeraterInnen erzählen können und in der Folge auch die Möglichkeit zur Bearbeitung und Recherche haben."

Die Entschädigungszahlungen will Scheele nicht als Versuch einer Wiedergutmachung verstanden wissen, sondern vielmehr als verspäteten, aber dennoch moralisch nicht zu unterschätzenden Ausdruck der Entschuldigung der zuständigen Behörden. Bei diesen Leistungen orientiert sich Niederösterreich an den Kriterien der von der Katholischen Kirche eingerichteten Opferschutzanwaltschaft, der so genannten "Klasnic-Kommission". Landesrätin Karin Scheele fasst zusammen: "Insgesamt wurden von der NÖ Opferschutzkommission 315.000 Euro an Entschädigungszahlungen und 1.300 Therapieeinheiten zugesprochen. Die Unterstützung der psychosozialen und psychotherapeutischen Aufarbeitung ist ein wesentlicher Bestandteil der Hilfestellung."

Abschließend appelliert Scheele noch einmal an alle Betroffenen sich der NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft anzuvertrauen. Die anonyme Erstanlaufstelle wird auch weiterhin für sämtliche Beschwerden zu erreichen sein.

Kontakt und Erreichbarkeit:
NÖ kija - NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft
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3109 St. Pölten
Tel: 02742/908 11
Fax: 02742/9005-15650
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