Schönborn: "Beten wir für die Verfolger der Christen"

Wiener Erzbischof bei Predigt zum Martyrium des heiligen Stephanus: Tiefster Grund für Christenverfolgung ist "Jesus, weil er eine Provokation ist, die zur Entscheidung herausfordert"

Wien, 26.12.11 (KAP) Christen sollen für ihre Verfolger beten, wie es der heilige Stephanus als erster Märtyrer der Kirche selbst getan hat. Dazu hat Kardinal Schönborn bei seiner Predigt am Stephanitag im Wiener Stephansdom angesichts der gegenwärtigen Verfolgung von Christen aufgefordert. Die Ursachen für die Verfolgung und Benachteiligung von rund 250 Millionen Christen weltweit seien "vielfältig" und Christen sollten im Urteilen darüber "vorsichtig" sein angesichts der eigenen Gewalthandlungen im Laufe der Geschichte. Als "tiefsten Grund für Christenverfolgung" nannte der Kardinal "Jesus, weil er eine Provokation ist, die zur Entscheidung herausfordert und weil er uns an die Schuld erinnert".

Dieser tiefste Grund zeige sich auch deutlich im Martyrium des Stephanus. In seiner vom Evangelisten Lukas überlieferten Rede des Stephanus habe dieser den Hohen Rat an seine Verantwortung für den "Justizmord" an Jesus Christus erinnert. Diese Konfrontation mit der eigene Schuld habe sie so sehr getroffen, dass sie Stephanus umgebracht haben, "weil sie den Namen Jesu zum Schweigen bringen wollten", so der Wiener Erzbischof. "Herr, rechne ihnen ihre Schuld nicht an", dieses Gebet des Stephanus für seine Verfolger gäbe dem Martyrium eine tiefen Sinn, mache es zum "Segen" und bleibe verpflichtendes Vorbild für Christen. Beim Gottesdienst im Stephansdom wurde auch der Opfer und ihrer Angehörigen der Attentate in Nigeria gedacht.

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