Küberl von Personalrochaden im ORF "sehr irritiert"

Kirchenvertreter im ORF-Stiftungsrat: "Schiefes Bild"

Wien, 24.12.11 (KAP) Von den jüngsten Personalrochaden im ORF "sehr irritiert" hat sich der langjährige Kirchenvertreter im ORF-Publikums- und Stiftungsrat, Caritas-Präsident Franz Küberl, geäußert. Dass vier Stiftungsräte, die Alexander Wrabetz im Sommer als Generaldirektor wiederwählten, in den ORF wechseln sollen, mache ein "schiefes Bild". Dass mit Niko Pelinka der Leiter des SPÖ-"Freundeskreises" im ORF-Stiftungsrat jetzt Büroleiter von Wrabetz werde, halte er - ungeachtet der Qualifikation Pelinkas -"nicht für vernünftig". Er habe diesbezügliche Bedenken beiden gegenüber auch bereits vor längerem deponiert, so Küberl in einem "Kathpress"-Interview am Heiligen Abend.

Die einen Tag vor Weihnachten von Wrabetz bekanntgegebenen Personalentscheidungen würden jetzt eine Debatte über parteipolitische Einflussnahme auslösen, die der ORF "so nötig braucht wie einen Kropf". Auch Wrabetz hätte dies "nicht nötig gehabt".

Küberl hatte bereits nach der Wiederwahl des ORF-Generaldirektors ein "erwachsenes Verhältnis" zwischen ORF und Parteipolitik eingefordert, bei dem die Zuständigkeit des jeweils anderen Bereiches respektiert wird. Schon davor hatte der parteiunabhängige Kirchenvertreter in den ORF-Gremien mehrfach für klare Trennlinien plädiert. Hinsichtlich seiner Unabhängigkeit werde das größte Medienunternehmen des Landes "immer auf dem Prüfstand" stehen, so Küberl.

Die geharnischte Reaktion des ORF-Redakteursrates, der die Neubestellungen als "unternehmensschädigend" bezeichnet hatte, nannte Küberl "sehr mutig". Sie mache ihn zuversichtlich, "dass größtmögliche Objektivität in der Berichterstattung das zentrale Anliegen der ORF-Information bleibt". Diesbezüglich habe er in den letzten Monaten keinen negativen Eindruck gehabt, sagte Küberl.

Der Caritas-Präsident drückte die Hoffnung aus, dass die neue Fernseh-Direktorin Kathrin Zechner von den jüngsten Ereignissen unbeeinflusst "mithilft, dass das ORF-Angebot an Qualität und Breite zunimmt".

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