Papst: Wirtschafts- und Finanzkrise der EU auch ethische Krise

Benedikt XVI. erinnert beim traditionellen Weihnachtsempfang für die römische Kurie an fehlende Bereitschaft der Europäer zu Verzicht und Opfern

Vatikanstadt, 22.12.11 (KAP) Die Wirtschafts- und Finanzkrise in Europa beruht nach Ansicht von Papst Benedikt XVI. letztlich auf einer ethischen Krise, die "den Alten Kontinent bedroht". Zwar seien Solidarität und Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Armen und Leidenden als Werte weitgehend unbestritten, sagte der Papst am Donnerstag beim traditionellen Weihnachtsempfang für die römische Kurie. Es fehle aber oft die Bereitschaft zu Verzicht und Opfern.

Zugleich betonte der Papst, die Krise der Kirche in Europa sei vor allem eine Krise des Glaubens. Wenn man darauf keine Antwort finde und wenn der Glaube nicht neu lebendig werde, blieben alle anderen Reformen wirkungslos. Dann komme es nicht zu der notwendigen Trendwende, betonte Benedikt XVI. mit Blick auf seine Deutschlandreise.

Der Papst nutzte die Begegnung mit seinen Mitarbeitern zu einem Rückblick auf das auslaufende Jahr. Als Höhepunkte nannte er seine vier großen Reisen nach Kroatien, zum Weltjugendtag nach Spanien, ins afrikanische Benin sowie nach Deutschland, wo die "ökumenische Frage mit all ihren Mühsalen und Hoffnungen" eine wichtige Rolle spiele. Weiter nannte er das Weltfriedenstreffen der Religionen in Assisi.

Als die große Themen des Jahres bezeichnete Benedikt XVI. die Neuevangelisierung und die Reform der Kirche angesichts von Glaubensmüdigkeit und Rückgang an Gottesdienstteilnehmern und Priesternachwuchs vor allem in Europa. Dagegen habe er gerade bei seinem Besuch in Afrika eine tiefe Freude am Christsein und an der Zugehörigkeit zur Kirche gespürt.

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