Wiener Stadthallenbad: Umbau im Finale

Im Look der Siebziger-Jahre: Rainers Architekturjuwel in neuem Glanz - Eröffnung Februar 2012

Wien (OTS) - Die Generalsanierung des Wiener Stadthallenbades geht ins Finale. In wenigen Wochen wird das generalsanierte Wiener Stadthallenbad wieder seine Pforten öffnen. Sportstadtrat Christian Oxonitsch und Wien Holding-Geschäftsführer Peter Hanke luden am Donnerstag ein, erstmals einen Blick in das in enger Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt generalsanierte Architekturjuwel zu werfen. Bei der Tour durch das knapp vor der Fertigstellung stehende Stadthallenbad mit dabei waren auch der Generalplaner Architekt Georg Driendl sowie Michael Rainer vom Bundesdenkmalamt und Helmut Jerabek, Technischer Direktor der Wiener Stadthalle.

Seit Mai 2010 läuft die Generalsanierung des ursprünglich im Jahr 1974 eröffneten Wiener Stadthallenbades. "Es war alles andere als eine leichte Aufgabe, das mehr als 35 Jahre alte Bad wieder zum hochleistungsfähigen Schwimmzentrum mit modernster Technik zu verwandeln. Der Fortbestand des Wiener Stadthallenbades als Leistungszentrum mit optimalen Rahmenbedingungen für den heimischen Schwimmsport und als attraktives Sportbad für die vielen Breitensportler, aber auch die Wiener Schulen ist damit gesichert. Ich freue mich darauf, dass das Wiener Stadthallenbad bald wieder allen Wienerinnen und Wienern zur Verfügung steht", so Sportstadtrat Christian Oxonitsch.

"Die große Herausforderung bei diesem Projekt bestand darin, das unter Denkmalschutz stehende Baujuwel des Architekten Roland Rainer auf den modernsten Stand der Technik zu bringen und gleichzeitig das Erbe Rainers nicht nur zu erhalten, sondern teilweise sogar in den Originalzustand rückzubauen. Schon der erste Eindruck zeigt, dass uns das sehr gut gelungen ist. Das neue Wiener Stadthallenbad ist nicht nur sport- und bädertechnisch ein Gustostück in der Wiener Bäderlandschaft, sondern es hat mit seinem ganz besonderen Stil der 1970er Jahre das Potenzial, zum Kultbad zu werden", so Wien Holding-Geschäftsführer Peter Hanke.

Rundum Neu

Das Wiener Stadthallenbad zeigt sich rundum erneuert. Die Schwimmhalle erstrahlt in neuem Glanz. Die haustechnischen und sporttechnischen Anlagen wurden vollständig erneuert. Die Wassertechnik entspricht dem letzten Stand der Bäderhygiene. Auch die Garderoben- und Wellnessbereiche sowie die Gastronomie wurden neu organisiert und modernisiert. Der neue Haupteingang mit einem großzügigen Foyer befindet sich in der Hütteldorfer Straße und verbessert die Zugangssituation für die rund 400.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr entscheidend. Und das gesamte Bad ist nun barrierefrei zugänglich. Insgesamt betragen die Investitionen in die Generalsanierung rund 17 Millionen Euro.

Enge Kooperation mit Bundesdenkmalamt

Die Generalsanierung des Wiener Stadthallenbades erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt. "Unser Ziel war es, nicht nur Rainers Architektur, wie sie sich heute zeigt, zu erhalten, sondern dieses Architekturjuwel soweit es geht wieder in den ursprünglichen Zustand aus den 1970er Jahren zurückzubauen. Eines hat sich dabei gezeigt: Roland Rainers Konzeption des Gebäudes war damals bereits so durchdacht und fortgeschritten, dass heute mit wenigen gezielten neuen Maßnahmen hier eine moderne Spitzen- und Freizeitsportstätte im Einklang mit der historischen Bausubstanz realisiert werden konnte, die sowohl dem heutigen State of the Art wie auch der mutigen Konzeption des Stadthallenbads gerecht wird", erklärt Georg Driendl, Generalplaner für die Umbauarbeiten.

Die Generalsanierung wurde wissenschaftlich begleitet. Noch vor den ersten baulichen Maßnahmen wurde eine detaillierte Bestandsaufnahme aller Räume, Installationen und Einrichtungen abgeschlossen. "Zahlreiche architekturwissenschaftliche und bauhistorische Analysen wurden vorgenommen sowie restauratorische und bauphysikalische Befunde erstellt. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse waren die Entscheidungsgrundlage für Detailfragen, zum Beispiel in welcher Form bei der Generalsanierung die Boden- und Wandbeläge gestaltet werden müssen, welche Farben gewählt werden können oder wie die Brüstungen ausgeführt sein müssen", erklärt Michael Rainer vom Bundesdenkmalamt.

Im Look der 1970er Jahr

Insgesamt wurden vom Bundesdenkmalamt 24 Auflagen erteilt. Wie penibel die Erhaltung von Rainers Erbe erfolgt, zeigt die folgende Auswahl an Beispielen: So wurden einzelne Bauteile im Bereich der Fassaden, Treppen, Stahlstützen, Tribünen, Wandflächen, Säulen sowie der Beckenaußenwände rekonstruiert. Denn im Laufe der Jahrzehnte wurden bauliche Eingriffe getätigt, die dem ursprünglichen Gestaltungskonzept widersprechen. Selbstverständlich wurde auch Rainers Farb- und Materialkonzept konsequent beibehalten.

Auch die historischen Lüftungsleitungen wurden restauriert. Wo Lüftungsleitungen ergänzt werden mussten, wurden sie gemäß dem historischen Bestand in ovaler Form ausgeführt.

Nur noch wenige Originalflächen der 1974 verlegten sogenannten Quadratnoppen-Bodenfliesen waren erhalten. Obwohl dieses Produkt heute nicht mehr erzeugt wird, konnte ein gleichartiges Produkt auf dem Markt gefunden werden, das auch vom Bundesdenkmalamt freigegeben wurde. Bei der Sanierung der Bodenflächen wurden entsprechend dem ursprünglichen Rainer-Konzept die charakteristischen Quadratnoppen-Fliesen wieder komplett hergestellt.

Auch die Erhaltung der Kleinmosaik-Fliesen an den Wänden war vorrangiges Ziel. Die noch vorhandenen Fliesen wurden restauratorisch-wissenschaftlich analysiert. Und es wurden Original-Fliesen bzw. gleichartige Fliesen gefunden, mit denen schadhafte oder fehlende Fliesen ersetzt bzw. neue Flächen angelegt werden konnten. Die noch an den Wänden vorhandenen Fliesen wurden gereinigt und bei Bedarf ebenfalls ergänzt.

Schwimmsportzentrum mit internationalem Format

Das Wiener Stadthallenbad ist eines der wichtigsten Zentren für den Schwimmsport in Österreich. Österreichische Top-SchwimmerInnen trainieren hier genauso wie der Schwimm-Nachwuchs. Wettkämpfe wie die Österreichischen Meisterschaften oder das Ströck-Meeting stehen auf dem Programm. Mit der Generalsanierung wurden die Rahmenbedingungen für Training und Wettkampf auf das international übliche hohe Niveau gehoben. Dringend notwendige Nachrüstungen vor allem für internationale Wettbewerbe im Turmspringen oder Synchronschwimmen wurden realisiert.
Die konkreten Maßnahmen in diesem Bereich sind zum Beispiel der Einbau moderner Absprungsockel an den Beckenrändern oder Adaptionen am Sprungturm, um internationale Wettkampfnormen weiter zu erfüllen. Neue Garderoben, Duschen, Ruhe- und Nebenräume, Backstage- und Pressebereiche ergänzen die Infrastruktur.

Als exklusiver Eingang für Sportler, Presse und Sportbetreuung dient der frühere Haupteingang am Vogelweidplatz. Dieser separate Eingang für die SportlerInnen, die darauf abgestimmte Infrastruktur und das professionelle Ambiente werden beste Voraussetzungen auch für die Abwicklung von Großveranstaltungen auf internationalem Niveau garantieren.

Großzügiges neues Portal und Foyer als Haupteingang

Der gesamte Bade- und Normalbetrieb wird im Wiener Stadthallenbad künftig über den neuen Haupteingang in der Hütteldorfer Straße abgewickelt. Die Gestaltung betont die Charakteristik des skulpturalen Gebäudes und bindet es auf besondere Art und Weise neu und dynamisch in den Straßenraum ein. Das Foyer mit dem Kassenbereich und den Info-Desks wird loungeartig gestaltet. Die neuen Garderoben sind teilweise von hellem Tageslicht durchflutet, leicht zugänglich und übersichtlich angeordnet. Durch den neuen Haupteingang sind der Wellnessbereich und das Restaurant unabhängig vom Badebetrieb getrennt begehbar.

Neuester Stand der Technik und komplette Barrierefreiheit

Die Technik im Wiener Stadthallenbad wurde komplett erneuert. Die Schwimmbecken wurden nach aktuellen hygienischen Ansprüchen in Sachen Durchströmung und Wasserhydraulik adaptiert. Die Idee der sogenannten "finnischen Rinne" wurde beibehalten. Sie sichert als eine das Becken einfassende Überlaufrinne eine optimale Durchströmung. Der große Vorteil liegt darin, dass nun der Wasserspiegel im Becken - wie von Rainer ursprünglich konzipiert - dem Niveau des Fliesenbodens angeglichen ist.

Auch die haustechnische Anlage wurde erneuert und die Bädertechnik optimiert. Dadurch werden der Energieeinsatz für Strom und Wärme maßgeblich reduziert und der Wasserverbrauch verringert. Künftig wird auch die Abwärme, die durch die Eisanlage in der Eislaufhalle am Vogelweidplatz entsteht, zur Erwärmung des Beckenwassers im Stadthallenbad genutzt. Den positiven Effekt dieser Maßnahmen fasst der Technische Direktor der Wiener Stadthalle Helmut Jerabek folgendermaßen zusammen: "Wir können damit den jährlichen Wasserverbrauch um 25 Prozent, den Verbrauch an Fernwärme um 60 Prozent und den Stromverbrauch um 20 Prozent reduzieren. Das spart rund 680 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid pro Jahr. Zum Vergleich: Die eingesparte CO2-Menge entspricht den Emissionen eines PKW (120g/km), der 5,6 Millionen Kilometer zurücklegt."

Das generalsanierte Stadthallenbad zeichnet sich auch durch seine komplette Barrierefreiheit aus. Eine der Hauptmaßnahmen dazu war der Einbau zweier behindertengerechter Liftanlagen. Dazu kommen auch behindertengerechte Duschen, WC-Anlagen und Garderoben. Um eine bestmögliche Orientierung im komplexen Raumprogramm des Stadthallenbades zu gewährleisten, wurden die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen und bestehenden Fluchtwege ebenfalls optimiert.

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