Leitl zu WIFO-Prognose: Rückläufige Konjunktur erfordert Erneuerung und Strukturreformen

In Zukunftsbereiche investieren - Beschäftigungsmodelle und ausreichende Kapitalversorgung relevante Themen für Betriebe

Wien (OTS/PWK934) - "Die gedämpften Aussichten für 2012
erfordern die rasche Umsetzung intelligenter Strukturreformen. Wer jetzt die Einführung neuer Steuern fordert, schadet dem Wirtschaftsstandort Österreich massiv und torpediert das zarte Konjunkturpflänzchen des kommenden Jahres", betonte heute, Freitag, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, zur aktuellen WIFO-Prognose. Mit einer Abgabenquote von 42,1% liegt Österreich bereits im EU-Spitzenfeld. Zudem zeigen Modellberechnungen des Instituts für Höhere Studien , dass eine dauerhafte Erhöhung der Steuern- und Abgaben um eine Milliarde Euro jährlich das Bruttoinlandsprodukt langfristig um etwa 2 Mrd. Euro senkt und 15.000 Arbeitsplätze dadurch nachhaltig verloren gehen.

Vielmehr gelte es jetzt, die gebetsmühlenartig wiederholte Forderung nach einer Staats-, Verwaltungs-, Pensions- und Gesundheitsreform - Stichwort "5 Prozent Einsparungen bei Bund, Ländern und Gemeinden" - endlich in die Tat umzusetzen. Damit könnten auch in der Phase der wirtschaftlichen Stagnation wichtige Investitionen in die beiden Zukunftsbereiche Bildung und Forschung getätigt und diese damit auch in der Krise gestärkt werden.

"In den kommenden Monaten müssen wir angesichts der unsicheren Lage jedenfalls darauf achten, unseren Betrieben auf eine gesunde Basis zu erhalten. Nur wenn wir die Weichen in Richtung Wachstum stellen, wird es möglich sein, den Arbeitsmarkt stabil zu halten. Es gilt "Erneuern statt besteuern, und "Erneuern um zu wachsen", so Leitl. Positiv sei die stabile Beschäftigungslage, die laut WIFO auch 2012 anhält. Wieder zeige sich, dass die österreichischen Betriebe auch in unseren Zeiten Arbeitsplätze schaffen und an ihren Mitarbeitern festhalten. Dennoch müsse der Arbeitsmarkt gut im Auge behalten werden, Im "Falle des Falles" und einem Einbruch des Arbeitsmarktes in betroffenen Branchen könne die Kurzarbeit wieder eine Option darstellen. Mit dem Modell der Kurzarbeit habe man bisher zwar gute Erfahrungen gemacht, dennoch gibt es Optimierungsbedarf.

Leitl wies auch darauf hin, dass auch in den kommenden schwierigen Monaten die Versorgung der Unternehmen mit Krediten und Förderungen nicht eingeschränkt werden dürfe. "Daher werden Regierung und Sozialpartner genau darauf achten, dass die Versorgung der Betriebe mit ausreichend finanziellen Mitteln sichergestellt ist und es zu keiner Liquiditätsklemme kommt. Österreichs Banken werden aber sicher alles unternehmen, um die Betriebe mit ausreichend Krediten zu versorgen", so der WKÖ- Präsident. (us)

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