ÖSTERREICH: Töchterle will Comeback der Studiengebühren im Herbst 2012

Wenn SPÖ Mitte 2012 umdenkt, "können wir sehr schnell sein" - Minister will deutlich höhere Gebühr für Studenten aus Nicht-EU-Ländern

Wien (OTS) - Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle hofft darauf, dass sein Modell für Studiengebühren bereits im Wintersemester 2012 in Kraft treten kann. Im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) lehnt Töchterle eine Reparatur des vom VfGH aufgehobenen Studiengebühren-Gesetzes zwar ab, aber: "Wenn es der SPÖ gelingt, ihre Haltung zu ändern, können wir sehr schnell sein. Bis zum Wintersemester 2012 könnte sich ein neues Modell ausgehen."

Der ÖVP-Politiker glaubt, dass sein Modell mit einer Gebühr von maximal 500 Euro auch für die SPÖ annehmbar sei. "Stipendienbezieher sind ausgenommen. Dazu plane ich einen Sozialtopf: 10 % der Einnahmen sollen für sozial bedürftige Studierende da sein. Und: Man soll die Studienbeiträge auch stunden können. Dass man bis zu 5.000 Euro für sein gesamtes Studium im Laufe mehrerer Berufsjahre zurückzahlt - das halte ich für machbar."

Töchterle will von ausländischen Studenten (aus nicht EU-Ländern) deutlich mehr verlangen: "Bei Drittstaaten-Studenten, die nicht aus Entwicklungsländern kommen, sollen wie an den FHs Beiträge in Richtung der tatsächlichen Kosten möglich sein. Ein Einzelstudium in Musik kann bis zu 30.000 Euro kosten - warum soll das für ausländische Studenten zur Gänze der österreichische Steuerzahler übernehmen."

Abgelehnt wird von Töchterle indes die von der SPÖ ins Spiel gebrachte Akademikersteuer: "Erfreulich ist, dass die SPÖ nicht mehr einfach abblockt. Den Vorschlag einer Akademikersteuer finde ich aber weniger hilfreich: Eine Steuer ginge an den Staat und nicht direkt an die Unis. Zweitens würden ausländische Studierende nicht zahlen. Drittens möchte ich einen begrenzten Beitrag: Eine Akademikersteuer -zahlt man die ein Leben lang?"

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