Illegaler Gentech-Raps auf Schweizer Bahndämmen gefunden

Greenpeace: Risiko unkontrollierter Ausbreitung durch Transit auch für Österreich -Umgehend Kontrollen gefordert

Wien/Zürich (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace zeigt sich anlässlich des Fundes von illegalem Gentech-Raps in der Schweiz auch für Österreich besorgt. Laut Angaben des Schweizer Bundesamts für Umwelt (Bafu) wurde an Schweizer Bahndämmen illegaler genmanipulierter Raps gefunden. Es ist davon auszugehen, dass der Gentech-Raps beim Transit durch die Schweiz von Güterwaggons runtergefallen ist. Da in Österreich genauso wie in der Schweiz zwar der Anbau von Gentech-Raps verboten, jedoch der Transit erlaubt ist, besteht auch für Österreich berechtigter Grund zur Sorge. "Es ist zu befürchten, dass der Fund von illegalen, wild auswuchernden Gentech-Raps in der Schweiz nur die Spitze des Eisbergs ist. Auch Österreich könnte betroffen sein, der potenzielle Schaden für die heimische Landwirtschaft wäre enorm", warnt Greenpeace-Kampagnenleiter Herwig Schuster, "Nun müssen entschlossene Maßnahmen gesetzt werden. Bundesminister Stöger muss als ersten Schritt Kontrollen auf illegalen Raps auch entlang der Bahnschienen in Österreich veranlassen."

Beim in der Schweiz gefundenen Raps handelt es sich um eine Gentech-Sore des US-Konzerns Monsanto. Die Pflanze wurde so manipuliert, dass sie Giftduschen mit dem konzerneigenen Totalherbizid Roundup überlebt, mit dem auch die Schweizerische Bundesbahn ihre Bahndämme besprüht. Wo genau die Pflanzen in der Schweiz gefunden wurden, verrät die Umweltbehörde jedoch nicht. Eine bereits vorher durchgeführte Untersuchung der Biologen Luigi D'Andrea und Nicola Schoenenberger bestätigte den Fund von Gentech-Raps in Lugano.

Zusätzlich Brisanz erhält der Schweizer Kontaminationsfall dadurch, dass Rapssamen im Boden viele Jahre überleben und sich schnell verbreiten und sich auf wilde verwandte Pflanzen auskreuzen kann. Gentech-Raps kann konventionelle oder biologische Felder, Ernten und Saatgut verunreinigen. Und er kann sich auf wilde verwandte Pflanzen auskreuzen, beispielsweise den Rüben-Kohl (Brassica rapa), Sarepta-Senf (Brassica juncea) und Acker-Rettich (Raphanus raphanistrum). Sie treten zum Teil als Ackerunkräuter auf und sind auch an Bahndämmen anzutreffen. Der aktuelle Fall zeigt, dass die Eindämmung von gentechnisch verändertem Saatgut auch bei nicht für den Anbau zugelassenen Sorten praktisch unmöglich ist.

"Der für eine ökologische und selbstbestimmte Lebensmittelproduktion desaströse Gentech-Anbau macht sich nun selbst in der Schweiz leise spürbar, obwohl die Schweiz genauso wie Österreich den Gentechnik-Anbau verboten hat. Es braucht jetzt einen umso vehementeren Einsatz von Politik und Gesellschaft

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Dipl.-Ing. Herwig Schuster, Greenpeace Kampagnenleiter, 0664 431 92 14

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