"Desigual" am Wiener Westbahnhof ist Zwangsbeschaller 2011

Preisverleihung durch GPA-djp und Beschallungsfrei - 101 heuer gemessene Dezibel sind neuer Rekordwert

Wien (OTS/ÖGB) - Wenige Wochen nach der Eröffnung des neuen Einkaufscenters am Wiener Westbahnhof gibt es für die dort angesiedelte "Desigual"-Filiale eine wenig schmeichelhafte Auszeichnung: Im Geschäftslokal wurde Hintergrundmusik mit einer Lautstärke von mehr als 100 Dezibel gemessen - für diese extrem laute Beschallung der MitarbeiterInnen und KundInnen verliehen der stv. Regionalgeschäftsführer der GPA-djp-Wien, Karl Dürtscher, und Peter Androsch von der Kampagne "Beschallungsfrei - Gegen Zwangsbeschallung" der Filiale der spanischen Modekette heute vormittag den "Zwangsbeschaller 2011".

Die Kampagne wurde 2008 von Hörstadt, ÖGB, GPA-djp und der Katholischen Kirche ins Leben gerufen, seit der Gründung 2008 wurden im Sinne der Bewusstseinsbildung mehrere tausend nicht beschallte Räume in der öffentlichen Sphäre mit dem Aufkleber "Beschallungsfrei - Zone ohne Hintergrundmusik" gekennzeichnet. Als Vertretung der Handelsangestellten beteiligt sich die GPA-djp aktiv an der jährlichen Suche nach dem Zwangsbeschaller im Advent - auch heuer wurden wieder in hunderten Geschäften bundesweit Schallmessungen durchgeführt. "Die bei einem Testkauf vor wenigen Tagen gemessenen 101 Dezibel bei Desigual am Westbahnhof sind ein neuer Negativrekord", kommentiert Dürtscher den heurigen Preisträger: "Die heute vormittag überreichte Auszeichnung in Form einer Trophäe, ein von einem Nagel durchbohrtes Ohr, und einer Urkunde, soll bewusst machen, dass die Zwangsbeschallung von ArbeitnehmerInnen und KundInnen mit Hintergrundmusik mehr als eine Zumutung, nämlich vor allem auch ein gesundheitsschädlicher Stressfaktor erster Güte ist. Das Arbeitnehmerschutzgesetz schreibt minderjährigen Beschäftigten bei Dauerschallpegeln ab 80 Dezibel Gehörschutz am Arbeitsplatz vor, was hier ganz offenkundig angebracht wäre."

"Mit einer derartigen Lautstärke bewegt sich Desigual am Rand der Gesundheitsgefährdung von MitarbeiterInnen und setzt natürlich auch die KonsumentInnen leichtfertig einer Belastung aus", ergänzt Androsch.

Ziel der Kampagne ist es unter anderem auch, auf die Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten hinzuweisen. Für sie ist die permanente Beschallung am Arbeitsplatz vielfach eine schwere psychische Belastung - insbesondere wenn sich die Musik in der Weihnachtszeit oft auf ein kleines unablässig wiederholtes Weihnachtsrepertoire reduziert.

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+43 676 817 111 553
Litsa.kalaitzis@gpa-djp.at

Beschallungsfrei - Die Kampagne gegen Zwangsbeschallung
Peter Androsch, Telefon
+43 (0)699 128 30 635,
peter.androsch@hoerstadt.at

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