Fukushima zeigt: Hochrisikoreaktoren abschalten - Atomstrom darf nicht mehr gefördert werden

Österreich finanziert durch Import von Atomstrom alle zehn Jahre ein neues AKW

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 warnt vor der Bedrohung, die permanent von Atomkraftwerken ausgeht: "Nach unseren Analysen sind von den 134 noch laufenden AKWs in der EU 39 über dreißig Jahre alt, sieben liegen in hochgradig erdbebengefährdeten Regionen, drei sind baugleich mit Fukushima-1. Zwölf Reaktoren haben überhaupt kein Containment: "Wenn es zu einer Kernschmelze wie in Fukushima kommt, landet die radioaktive Lava sofort außerhalb der Schutzhülle. Eine gewaltige Dampfexplosion würde sofort radioaktiven Brennstoff weiträumig verteilen", sagt Reinhard Uhrig, Atomexperte von GLOBAL 2000: "Auch die EU-weiten 'Stress-Tests' haben bisher genau nichts an der permanenten Gefahr durch Flugzeugabstürze, Terroranschläge oder schlicht Fehlbedienung geändert."

In Deutschland kam es laut Bundesamt für Strahlenschutz 2010 im Schnitt alle 4,5 Tage zu einem meldepflichtigen Ereignis in einem AKW - in Frankreich mit seinen 59 Reaktoren sogar zu zwei meldepflichtigen Ereignissen pro Tag. Österreich hat sich zwar entschieden, sich selbst nicht durch den Bau und Betrieb eines AKW an diesem atomaren Albtraum zu beteiligen, importiert jedoch laut E-Control immer noch mindestens 4 TWh Atomstrom pro Jahr: "Wenn man den Preis für diese Strommengen zahlt, gehen jährlich ca. 240 Millionen an die Atomkraft-Betreiber in Europa, sodass wir gleichsam alle zehn Jahre einen neuen Mochovce-Reaktor bezahlen", rechnet Uhrig vor.

Atomstrom in Österreich verbieten

Diesen unhaltbaren Zustand wollen die UmweltschützerInnen endlich beenden: Die österreichische Bundesregierung hat nach dem von den Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000 und Greenpeace initiierten Atomstrom-Gipfel am 1. Juli bekundet, ernst machen zu wollen mit ihren Aktionen gegen die atomare Bedrohung. "Als erster logischer Schritt muss Österreich vor seiner eigenen Haustür kehren und die Abgabe von verstecktem und direktem Atomstrom in Österreich verbieten", fordert Uhrig: "Dass dies geht, haben wir in den letzten Wochen durch Studien juristisch und marktwirtschaftlich belegt. Wir fordern von der Bundesregierung jetzt Taten statt Warten und einen mutigen Vorstoß beim zweiten und letzten Atomstrom-Gipfel am 16. Jänner 2012."

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