Actavis-CEO Albrecht: "Österreich könnte mit Generikaoffensive mindestens 200 Mio. Euro einsparen"

Actavis neuer Presenting-Partner der Vierschanzentournee

Wien (OTS) - Deutlich weniger Generika als in den übrigen europäischen Ländern werden in Österreich abgegeben. Bei einer Pressekonferenz in Wien kritsierte Actavis-CEO Claudio Albrecht den Hinterbänklerstatus seines Heimatlandes. Gleichzeitig präsentierte er den viertgrößten Generikakonzern der Welt als neuen Presentingsponsor der Vierschanzentournee und des Biathlon-Weltcups.

"Die Penetration von Generika ist in Österreich deutlich geringer als in den übrigen Ländern Europas. Während etwa in Deutschland 50% der Produkte nach Patentablauf Generika sind, kommt Österreich nur auf einen Wert von 12%. Die Bundesregierung lässt sich dadurch Einsparungen von mindestens 200 Millionen Euro jährlich entgehen", argumentierte Claudio Albrecht bei einer Pressekonferenz in Wien. Der gebürtige Tiroler ist seit 2010 Vorstandsvorsitzender von Actavis, dem viertgrößten Generikaplayer weltweit mit Sitz in Zug (CH). Der isländische Konzern setzt heuer mit seinen 10.500 MitarbeiterInnen in mehr als 40 Ländern über 1,83 Milliarden Euro um. Jährlich werden rund 24 Milliarden Tabletten und Arzneimittel produziert und rund 800 Produkte angeboten. Albrecht, der mit über 20 Jahren Berufserfahrung in diversen Toppositionen zu den erfahrensten Generika-Managern Europas zählt, kann den Hinterbänkler Status seines Heimatlandes Österreich nicht nachvollziehen.

"Zum einen liegt das am mangelnden Informationsstand aller Beteiligten. Man ist sich im Lande immer noch nicht einig, wie groß eigentlich der bestehende Generikamarkt ist und was per Definition Generika sind. Laut der internationalen Datenstatistik IMS hat der Generikamarkt in Österreich einen Wertanteil von 12 Prozent. Das ist weit unter dem europäischen Schnitt. Es scheint noch immer nicht durchgedrungen zu sein, dass Generika deutlich günstiger sind als die Originalpräparate und gleichzeitig denselben therapeutischen Nutzen nachweisen müssen." In Österreich fehle es auch an gesetzlichen Maßnahmen, welche Generikaherstellern sofort nach Ablauf des Patentes vom Originalersteller erlauben, ihre Produkte zu lancieren. Das österreichische Erstattungssystem definiert sich über einen weltweit einzigartigen komplexen Prozess, bei dem Produkte den Weg durch verschiedene Segmente absolvieren müssen (Boxen). Dieses sogenannte Boxensystem benachteilige Generika zusätzlich bei der Markteinführung und verzögert einen erfolgreichen Markteintritt nach Patentablauf um de facto sechs Monate. "Die nochmalige Überprüfung des Zulassungsdossieres durch den Hauptverband erscheint zweigleisig und erhöht Zeit- und Administrationsaufwand. Dass ein generisches Produkt zuerst in die rote Box muss und ein bedeutender Zeitabschnitt vergeht bis es in die frei verschreibbare grüne Box gelangt, obwohl das äquivalente Originalprodukt schon seit Jahren in der grünen Box ist, erscheint als Schildbürgerstreich. Das führt zu deutlichen Verzögerungen bei der Markteinführung."

Mit Blick auf andere europäische Märkte kann sich Albrecht mehrere Maßnahmen vorstellen, wie Österreich hier schnell aufholen könnte:
"Es müssten effektive Anreizsystem für die Abgabe von Generika geschaffen werden. Dazu gibt es in Europa genug Vergleichsmodelle. Ärzte, Apotheker und Kassen müssten an einem Strang ziehen und von der Abgabe preisgünstiger Produkte auch überzeugt werden." Ein Blick über die Grenzen zeige unterschiedlichste Modelle. In Deutschland verliere der Originalhersteller nach Ablauf des Patentes durch das so genannte Tendersystem praktisch über Nacht 80 Prozent des Volumens. Für die Industrie verträglicher findet Albrecht das System in Großbritannien, wo die Ärzte natürlich die Therapiehoheit behalten, aber nur den Wirkstoffnamen verordnen. Der Apotheker gibt dann ein günstiges Medikament ab. Sollte dies der Patient nicht wünschen, steht es ihm frei, die Differenz zu seinem Wunschpräparat aufzuzahlen. Der Arzt sollte auch in therapeutisch kritischen Fällen auf das Markenpräparat bestehen können durch einfaches Ankreuzen am Rezept.

Mit der Wirtschaftskrise sieht sich die Politik in sehr vielen europäischen Ländern gezwungen, Einsparungsmaßnahmen auch im Gesundheitswesen zu setzen. Diese sind laut Albrecht unterschiedlich, aber selbst Osteuropa sei Österreich mit der Umsetzung von effizienten Generikaregeln weit voraus. Generika sind inzwischen weltweit als effizientester Mittel zur Kostensenkung bei den Arzneimitteln anerkannt. Arzneimittel stellen einen der drei größten Kostenblöcke im Gesundheitswesen dar.

Um Bekanntheit und Vertrauen in die Marke Actavis beim Konsumenten zu stärken und auch den Eintritt in das OTC-Segment (rezeptfreie Arzneimittel) zu unterstützen, setzt Actavis auf das Sponsoring von Breiten- und Spitzensport. "Gesundheit ist unser zentrales Anliegen, das wir weltweit transportieren wollen." Actavis fungiert daher mit seinem orange-farbigen Logo heuer als Presentingsponsor beim traditionellen Skisprungevent der Vierschanzentournee und als Hauptsponsor des IBU Biathlon Weltcups. Actavis wird somit in Kernmärkten wie Deutschland, Frankreich, Polen, Skandinavien oder Russland bestens präsent sein. "Sportsponsoring ist für uns eine hervorragende Möglichkeit, die Marke Actavis bei den Konsumenten zu positionieren und dies ist eine viel günstigere Möglichkeit als zum Beispiel nationale TV-Werbung in den einzelnen europäischen Staaten. Wir haben uns bereits bei den Fußball-Qualifikationsspielen zur EURO in Polen und der Ukraine bei mehr als 60 Partien als Sponsor präsentiert und wollen jetzt auch im Wintersport Akzente setzen", begründet Albrecht dieses Engagement. Actavis - Think Smart Medicine steht vor allem für die künftige Ausrichtung des Konzerns. "Wir werden uns von einem reinen Generikaanbieter zu einem Partner im Gesundheitswesen entwickeln, der intelligente, ganzheitliche Gesundheitslösungen anbietet, einerseits für den Patienten andererseits aber auch für den Bezahler,- den Sozialversicherungen."

Über die Actavis Gruppe

Actavis ist der viertgrößte Generikahersteller weltweit. Der isländische Konzern mit Sitz in Zug (CH) setzt mit seinen 10.500 MitarbeiterInnen in mehr als 40 Ländern über 1,83 Milliarden Euro um. Jährlich werden rund 24 Milliarden Tabletten und Arzneimittel produziert und rund 800 Produkte angeboten. Für weitere Informationen über die Actavis-Gruppe besuchen Sie bitte unsere Homepage unter Internet: www.actavis.com.

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