Öllinger: Armutszahlen sind Armutszeugnis auch für die Regierung

Historische Höchstzahl an manifest armen Menschen seit Beginn der Erhebungen

Wien (OTS) - "Die rot-schwarze Regierung ist chronisch konzeptlos und mutlos. Schon bei der Einführung der Mindestsicherung konnte sie sich nicht auf eine ausreichende Höhe und begleitende Massnahmen wie etwa die Durchsetzung eines verbindlichen Mindestlohns einigen. Das Ergebnis sehen wir jetzt in den Zahlen der Statistik Austria zu Armut und Armutsgefährdung", stellt Karl Öllinger, Sozialsprecher der Grünen, fest. Mit 511.000 Menschen ist die Zahl jener, die in manifester Armut leben, höher als je zuvor. 26 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche. Insgesamt ist mehr als eine Million Menschen, also jeder achte, den wir tagtäglich auf der Straße treffen, entweder manifest arm oder armutsgefährdet.

"Zur Feier dieser sozialen Katastrophe werden sich in den nächsten Monaten PolitikerInnen der Regierungsparteien zusammensetzen und darüber diskutieren, wie sie jenen, die weniger als 12.400 Euro im Jahr haben, das Leben noch schwerer machen können", befürchtet Öllinger. Die heute von der Statistik Austria veröffentlichten Zahlen sind ein Wegweiser in der Debatte um künftige Einsparungen. Den PolitikerInnen muss klar sein, dass 30 Prozent aller Frauen über 65 Jahren armutsgefährdet sind. Eine unvorbereitete Anhebung des Frauenpensionsalter wird Frauenarmut im Alter zwangsläufig erhöhen. Und wer hofft, aus den Bereichen Gesundheit oder Arbeitslosenversicherung Gelder für das Gesamtbudget abzuzweigen, macht dies im Bewusstsein, dass armutsgefährdete Menschen dreieinhalb Mal so oft in einem schlechten Gesundheitszustand leben wie die Gesamtbevölkerung und fast 40 Prozent aller arbeitslosen Menschen in Armut leben.

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