• 12.12.2011, 11:53:26
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Mitterlehner: "Erfreuliche und dynamische Entwicklung bei Ökostrom"

Neuer Ökostrombericht: Mehr Anlagen gefördert als je zuvor - Ausbauoffensive durch Ökostrom-Novelle läuft - 2020-Ziele bei Erneuerbaren Energien werden übererfüllt

Energieminister Reinhold Mitterlehner und E-Control Vorstand Martin Graf

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Energieminister Reinhold
Mitterlehner hat am Montag gemeinsam mit E-Control-Vorstand Martin
Graf den Ökostrombericht 2011 präsentiert: "Beim Ökostrom gibt es
eine erfreuliche und dynamische Entwicklung, die wir mit dem neuen
Ökostromgesetz noch steigern werden. Dadurch können wir unsere
europäische Spitzenposition bei Erneuerbaren Energien weiter
stärken", betonte Mitterlehner. "Gleichzeitig wollen wir mit der
Novelle effiziente Investitionen in Richtung Marktreife und
Technologieentwicklung forcieren, wie es im Rahmen des Abbaus der
Anlagen-Wartelisten für Wind und Photovoltaik bereits erfolgt ist",
so Mitterlehner.

Von den knapp 54.985 Gigawattstunden (GWh), die im Vorjahr über
öffentliche Netze an Endverbraucher abgegeben worden sind, stammten
79,3 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Der Anteil des
geförderten Ökostroms - also ohne Großwasserkraft - lag 2010 mit
5.905 GWh bei 10,7 Prozent und ist im Vergleich zu 2009 um einen
Prozentpunkt bzw. mehr als zehn Prozent gestiegen. "Unser Ziel eines
Anteils von 15 Prozent geförderten Ökostrom bis 2015 werden wir mit
17,7 Prozent sogar übererfüllen", so Mitterlehner unter Verweis auf
die positiven Effekte des neuen Ökostromgesetzes.

Insgesamt standen 2010 - also noch vor der heurigen Gesetzesnovelle
- 7.365 Anlagen in einem Vertragsverhältnis mit der Abwicklungsstelle
OeMAG. "Damit wurden knapp 18 Prozent mehr Anlagen gefördert als
2009", so Mitterlehner. Von den 10,7 Prozent des eingespeisten
Ökostroms stammt ein Drittel (3,7 Prozentpunkte) aus Windkraft. Ein
weiteres Drittel kommt mit 3,6 Prozentpunkten aus Biomasse sowie ein
Fünftel oder 2,3 Prozentpunkte aus Kleinwasserkraft. Obwohl bei der
Photovoltaik die mit Abstand meisten Anlagen bestehen, resultieren
daraus gemäß Bericht nur 0,05 Prozentpunkte der Einspeisung
beziehungsweise ein halbes Prozent der Ökostrom-Einspeisung.

2020-Ziele können übererfüllt werden

Bei der Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energieträgern liegt
Österreich mit einem Anteil von 68 Prozent (berechnet an der gesamten
Stromerzeugung - zur Einspeisung in öffentliche Netze werden die
Eigenerzeugung in Industriebetrieben und die Umspannverluste
inkludiert) im EU-Vergleich an der Spitze. Gut positioniert ist
Österreich auch beim Anteil der Erneuerbaren Energien an der
Gesamtenergieversorgung. "Mit 30,8 Prozent liegen wir im
Europavergleich hinter Lettland und Schweden bereits an dritter
Stelle. Durch das neue Ökostromgesetz werden wir unser 2020-Ziel von
34 Prozent nicht nur erreichen, sondern sogar übererfüllen", sagte
Mitterlehner. Seit 2005, dem Berechnungszeitpunkt für die Erreichung
der 20/20/20-Ziele der EU, ist der Anteil der Erneuerbaren Energien
am Bruttoendenergieverbrauch in Österreich um 24 Prozent gestiegen.

Ökostromgesetz forciert weiteren Ausbau

Die Einspeisetarife für geförderten Ökostrom wurden 2010 im
Vergleich zu den Vorjahren angehoben. Damit kam der Ausbau wieder in
Gang. 2011 blieben die Tarife stabil, was Kontinuität bei den
Rahmenbedingungen brachte. Das der OeMAG zur Verfügung stehende
Kontingent von jährlich 21 Millionen Euro war zwar rasch
ausgeschöpft. Aufgrund der Novelle des Ökostromgesetzes stand jedoch
ab August 2011 ein Zusatzbudget von 80 Millionen Euro für Wind und 28
Millionen Euro für Photovoltaik zur Verfügung, um die Warteliste
abzubauen. Durch die Zusage von jährlich 108 Millionen Euro an
zusätzlicher Förderung für Wind und Photovoltaik und die seit dem
Inkrafttreten der Novelle gestellten Neuanträge können rund 1,3
Terawattstunden (TWh) Ökostrom neu installiert werden. Das entspricht
über einem Fünftel der erzeugten Ökostrommengen aus dem Jahr 2010.
"Über 370.000 Haushalte können so zusätzlich mit grünem Strom
versorgt werden", betonte Mitterlehner.

In einer Input-Output-Analyse hat die E-Control zudem die
volkswirtschaftlichen Effekte des neuen Ökostromgesetzes berechnet.
Sie kommt dabei zum Schluss, dass über die Laufzeit des Baus und der
Förderung von geförderten Ökostromanlagen in Summe 64.087
Arbeitsplätze gesichert und geschaffen werden. "Die zusätzliche
Wertschöpfung für die Unternehmen beträgt 6,84 Milliarden Euro", so
Mitterlehner und Graf.

Ökostrom-Vergütungsvolumen 2010 lag bei 588 Millionen Euro

Das Vergütungsvolumen inklusive Marktwert des Ökostroms lag im Jahr
2010 bei 588 Millionen Euro. Für den einzelnen Haushalt brachte die
Förderung eine Belastung von durchschnittlich 34 Euro. 2011 sind es
laut Prognosen rund 36 Euro (bezogen auf einen Jahresverbrauch von
3.500 kWh). Zum Vergleich: In Deutschland lagen die Ökostromkosten
2010 bei rund 72 Euro pro Haushalt. Für 2011 werden in etwa 125 Euro
prognostiziert, womit Haushaltskunden in Deutschland mehr als drei
Mal so viel zahlen wie in Österreich.

Positiv ist auch, dass die Lücke zwischen dem Einspeisetarif und
dem tatsächlichen Marktpreis in den vergangenen Jahren geringer
geworden ist - am stärksten bei der Photovoltaik. Dieser Trend wird
sich weiter fortsetzen. Bei der Windkraft ist die Lücke schon fast
geschlossen.

E-Control-Vorstand Graf: Ausgleichsenergieaufwand geringer

Die Ausgleichsenergieaufwendungen lagen laut Ökostrombericht im
Jahr 2010 bei 8,67 Millionen Euro. "Im Vergleich zu 2006 konnten die
Ausgleichsenergiekosten sogar um 23 Prozent verringert werden, die
Menge des abgenommenen Ökostroms hat sich im gleichen Zeitraum um 16
Prozent erhöht. Das ist sehr erfreulich, zeigt es doch auch, dass das
System funktioniert und die Prognostizierbarkeit bei den Erneuerbaren
deutlich erhöht werden konnte", so der Vorstand der E-Control, Martin
Graf.

Erstmals werden im Ökostrombericht 2011 kartographische
Auswertungen dargestellt, die den Ausbau der Erneuerbaren auf einen
Blick sichtbar machen. Dadurch kann die regionale Verteilung von
Anlagen sowohl gruppiert nach Anzahl, als auch nach Engpassleistung
dargestellt und auf einen Blick erkannt werden. "Damit wird der
Ökostromausbau noch transparenter für den Stromkunden und die
regionalen Schwerpunkte können besser dargestellt werden", so Martin
Graf.

Der Ökostrombericht 2011 wurde von der E-Control im Auftrag des
Wirtschafts- und Energieministeriums erstellt. Umfasst sind das
Berichtsjahr 2010 und das erste Halbjahr 2011, soweit die
entsprechenden Daten und Informationen bereits verfügbar sind.

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AOM / Originaltext-Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecher des Bundesministers:
   Mag. Waltraud Kaserer
   Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
   mailto:[email protected]
   www.bmwfj.gv.at
   
   Mag. Volker Hollenstein
   Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
   [email protected]

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