- 06.12.2011, 15:58:34
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Kunstrückgabebeirat spricht Rückgabeempfehlung aus
Rückgabe von sechs Werken von Anton Romako aus der Albertina empfohlen, Beratungen zu zwei weiteren Fällen vertagt.
Wien (OTS) - Der Kunstrückgabebeirat hat in seiner 59. Sitzung am
6. Dezember 2011 eine Rückgabeempfehlung ausgesprochen: Der Beirat
empfiehlt der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur die
Rückgabe von sechs Werken von Anton Romako aus der Albertina an die
Rechtsnachfolger von Dr. Oskar Reichel. Die Beratungen zu zwei
weiteren Fällen, nämlich zu Dr. Josef Blauhorn und Dr. Robert
Schwarz, wurden vertagt.
Die Beiratsempfehlung betrifft folgende Werke:
Anton Romako, Allegorie einer reitenden Hungaria, Feder in Braun
Anton Romako, Italienische Netzflickerin am Strand, Aquarell,
Deckweiß
Anton Romako, Studie eines Matrosen, Feder, Tinte in Blau
Anton Romako, Studie Steuermann, Feder, Tinte in Schwarz und Blau
Anton Romako, Figurenstudie für Matrosen, Feder, blaue Tinte
Anton Romako, Studie eines Lesenden, Lesender Knabe, Feder, Tusche
in SchwarzDer Wiener Arzt Dr. Oskar Reichel (1869-1943) war ein bedeutender
Sammler österreichischer Kunst, insbesondere der Werke des Malers
Anton Romako. Oskar Reichel wurde von den Nationalsozialisten als
Jude verfolgt. Er verstarb in Wien am 7. Mai 1943, seine Ehefrau
Malvine Reichel war im Jänner 1943 nach Theresienstadt deportiert
worden und wurde dort 1945 von der Roten Armee befreit. Zwei Söhne
konnten 1939 flüchten, der älteste Sohn wurde 1940 in der
Tötungsanstalt Brandenburg an der Havel ermordet.
Die Albertina kaufte 1939 und 1940 vier der sechs Blätter aus dem
Kunsthandel an. Das Aquarell "Italienische Netzflickerin am Strand"
wurde am 29. März 1944 im Dorotheum für das geplante Linzer
Kunstmuseum ersteigert und gelangte über ein Depot des
Bundesdenkmalamt im Jahr 1963 durch Zuweisung an die Albertina. Das
Blatt "Figurenstudie für Matrosen" wurde 1976 durch die Albertina von
einem privaten Kunstsammler erworben.
Die Empfehlungen des Beirats sind wie immer auf der website der
Kommission für Provenienzforschung veröffentlicht:
http://www.provenienzforschung.gv.at/.
Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur Mag. (FH) Julia Flunger-Schulz Pressesprecherin Tel.: +43 1 53120 5030 mailto:julia.flunger-schulz@bmukk.gv.at http://www.bmukk.gv.at/ministerium/vp/index.xml
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