100 Jahre Friedensnobelpreis an Alfred Hermann Fried Podiumsdiskussion im Hohen Haus

Wien (PK) - Anlässlich des 100. Jahrestages der Friedensnobelpreisverleihung an den österreichischen Publizisten und Verleger Alfred Hermann Fried findet heute Abend im Parlament eine Podiumsdiskussion statt. Dabei soll nicht nur diesem Vorkämpfer der europäischen Friedensbewegung gedacht, sondern auch den Fragen nachgegangen werden, warum Menschen, die sich für Frieden einsetzen, so oft vergessen werden und wie der Begriff des "Gutmenschen" zu einem Schmähwort werden konnte. Vor Eingang in die Diskussion, an der Peter van den Dungen (Universität Bradford), der Autor Walter Göhring, Petra Schönemann-Behrens (Oldenburg) sowie die Schriftstellerin Susanne Jalka, die vor kurzem das Buch "Frieden entdecken in Wien" herausgegeben hat, teilnehmen, begrüßt Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die Gäste. Zudem hat man im Rahmen der Veranstaltung die Möglichkeit, den Film "Österreichs vergessener Visionär - Der Friedensnobelpreisträger Alfred H. Fried" zu sehen. Moderiert wird die Veranstaltung von Pete Hämmerle (Internationaler Versöhnungsbund).

Österreichs vergessener Visionär - Alfred Hermann Fried

Der in Wien geborene Alfred Hermann Fried (1864-1921) ist im Jahre 1891 durch Bertha von Suttner, mit der er bis zu ihrem Ableben im Juni 1914 intensiv zusammengearbeitet hat, auf die organisierte Friedensbewegung aufmerksam geworden. Ab Mitte der 1890er Jahre konzentrierte er sich ausschließlich auf seine Arbeit als pazifistischer Schriftsteller und Journalist. 1899 gibt er etwa die Zeitschrift "Friedens-Warte" heraus, die bis heute erscheint. Fried war ab 1895 auch regelmäßiger Teilnehmer von Weltfriedenskongressen, arbeitete als Berichterstatter bei den Haager Konferenzen 1899 und 1907 und war ab 1907 Ratsmitglied des Internationalen Friedensbüros in Bern. Seine Reputation als hervorragender Theoretiker des Pazifismus festigte sich im Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg, indem er in mehreren Publikationen - insbesondere in der Monographie "Die Grundlagen des revolutionären Pacifismus" (1908) - ein pazifistisches Konzept formulierte, das der Friedensbewegung eine theoretische Grundlage verlieh und das Interesse von Personen weckte, die sich bis zu diesem Zeitpunkt kaum mit dem Pazifismus auseinandergesetzt hatten. 1911 wurde ihm als zweiten Österreicher in der Geschichte (1905 Bertha von Suttner) der Friedensnobelpreis verliehen.

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