Grünes Licht für Pilotprojekt Bad Deutsch-Altenburg

Positive Beurteilung durch zuständige Behörden

Wien (OTS) - via donau begrüßt die jüngste Entscheidung, die einen raschen Start des Pilotprojekts Bad Deutsch - Altenburg ermöglicht. "Von unserer Seite wurden alle erforderlichen Bewilligungen eingeholt und sämtliche Auflagen für einen Baustart erfüllt. Die positive Beurteilung des Vorhabens durch die zuständigen Behörden zeigt, dass unser Weg der integrativen Planung der richtige ist", so via donau Geschäftsführer Hans-Peter Hasenbichler.

Das Pilotprojekt Bad Deutsch - Altenburg wurde von anerkannten Experten aus Ökologie, Schifffahrt und Wasserbau gemeinsam entwickelt.

Es sieht auf rund drei Kilometern umfangreiche Maßnahmen zur Renaturierung der Donau vor, insbesondere wird der zum Teil bereits verlandete Johler Nebenarm wieder an den Hauptstrom angebunden. Wichtigste Maßnahme ist allerdings die Erprobung eines in Österreich entwickelten Verfahrens, welches der problematischen Eintiefung der Donau entgegenwirken soll.

"Nachdem sich das Verfahren zur Grobkiesanreicherung bereits in Modellrechnungen und in wasserbaulichen Versuchen an der TU Wien bewährt hat, ist die Umsetzung in einem räumlich begrenzten Naturversuch der nächste logische Schritt. Das verstehen wir unter einer behutsamen, stufenweisen Umsetzung, die wir der Donau schuldig sind".

Das Vorhaben wird von zahlreichen Wissenschaftlern, Umweltorganisationen, wie beispielsweise dem WWF und auch vom Nationalpark Donau-Auen selbst befürwortet. Zur Begleitung der Umsetzung durch Interessengruppen aus der Umwelt-NGO Szene und der Wirtschaft ist ein Beteiligungsmodell vorgesehen.

Der Baubeginn wird nach ökologischen und schifffahrtstechnischen Aspekten erfolgen.

Projektübersicht

Auftraggeber:
via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH im Auftrag des bmvit

Standort:
Nahe Bad Deutsch-Altenburg, Donau Stromkilometer 1887,5 bis 1884,5

Beginn:
Start der Bauarbeiten: nach Vorlage sämtlicher Behördegenehmigungen (vor. Winter 2011)

Projektdauer:
ca. 3 Jahre

Baukosten:
ca. 14 Mio. Euro (exkl. MwSt.), davon rund 50 % EU-Förderung

Detailübersicht Maßnahmen:

- Granulometrische Sohlverbesserung (GSV)

Um der Sohleintiefung entgegenzuwirken werden besonders strömungsexponierte Bereiche der Stromsohle mit einer Grobkies belegt (Schichtdicke rund 25 cm). In Summe werden dabei etwa 100.000 m3 Grobkies der Fraktion 40/70 mm oder vergleichbar eingebaut.
Adaptive Baudurchführung: Im Zuge der Bauausführung wird die Sohle zunächst nur in tieferen Zonen (Kolkabschnitte und Tiefenrinne) mit Grobkies belegt. Die Furten bleiben ausgespart.

- Optimierung der Niederwasserregulierung inkl. Sohlanpassung

In der Projektstrecke wird die Niederwasserregulierung nach ökologischen und nautischen Kriterien optimiert.
In Summe werden 19 Buhnen vollständig abgetragen, 4 bestehende Buhnen werden auf eine Höhe von RNW proj. + 30 cm abgesenkt und 10 Buhnen werden neu errichtet.

Die neuen Buhnen werden in Strömungsrichtung geneigt (deklinante und sichelförmige Bauweisen werden erprobt). Sie erzielen dabei die gleiche Anhebung der Niederwasserspiegel für die Schifffahrt. Der Buhnenkopf läuft flach aus, um die Bildung von Buhnenkopfkolken zu reduzieren. Die Buhnenwurzel wird derart abgesenkt, dass sie selbst bei Niederwasser überströmt wird. Dadurch sollen Anlandungen im Buhnenfeld reduziert und die Dynamik am Ufer verstärkt werden. Auch können so Jungfische ungehindert entlang des Ufers zwischen den Flachwasserbereichen wechseln.

Ergänzend zum Umbau der Buhnen und zur granulometrischen Sohlverbesserung sind Stromsohlenanpassungen erforderlich, d.h. besonders seichte Bereiche der Schifffahrtsrinne werden so umgebaut, dass eine durchgehende Befahrbarkeit erhalten bleibt. Das Baggermaterial wird in tieferen Bereichen im selben Abschnitt stromauf wieder eingebaut. Es wird dem Fluss kein Material entnommen.

- Uferrückbau

Der Rückbau der harten Uferverbauung auf etwa 1,2 km Länge (Johler Haufen; Strom-km 1893,4 bis 1891,7) ermöglicht es der Donau wieder natürliche Ufer auszubilden. Der Uferrückbau führt auch zu einem leichten Absinken der Hochwasserspiegel.

  • Auf einer Länge von ca. 900 m wird die Ufersicherung vollkommen entfernt.
  • Im stärker angeströmten Bereich wird eine Böschungsfußsicherung bis knapp auf Niveau von Regulierungsniederwasser belassen. Dadurch wird zwar Seitenerosion zugelassen, aber eine grundlegende Lageveränderung des Flusslaufs verhindert.
  • Uferabsenkung

Linksufrig wird zwischen Strom - km 1885,97 und 1885,75 das befestigte Ufer auf Mittelwasser-niveau abgesenkt, um bei höheren Wasserständen das Einfließen von Donauwasser in die Stopfenreuther Au zu erleichtern.

- Gewässervernetzung Johler Arm

Der ca. 1.350 m lange Johler Arm soll ganzjährig an die Donau angebunden werden und bei Niederwasser einen Durchfluss von etwa 10 m3/s aufweisen. Zu diesem Zweck werden Einströmöffnungen und das Bett des Johler Arms auf ein Niveau deutlich unter dem Niederwasserniveau hergestellt bzw. abgesenkt.
Der Johler Arm wird damit in diesem Abschnitt zum ersten Nebenarm der Donau, der wieder nahezu ganzjährig durchströmt wird. Dieser verloren gegangene Gewässertyp ist Lebensraum für zahlreiche geschützte Tier-und Pflanzenarten.

Rückfragen & Kontakt:

via donau - Österreichische Wasserstraßen-Gesellschaft mbH
Bettina Pepek, Hedwig Döllinger
Tel.: 0504321 - 1400
bettina.pepek@via-donau.org
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