Schreuder: "Risikoverhalten hat keine sexuelle Orientierung!"

Welt Aids Tag / Volksanwaltschaftsbericht im Bundesrat: Kritik an Diskriminierung schwuler Männer beim Blutspenden

Wien (OTS) - In der heutigen Bundesratssitzung des
österreichischen Parlaments wird der Bericht der Volksanwaltschaft 2010 behandelt. Die Volksanwaltschaft behandelte u.a. auch die Beschwerde von zwei schwulen Männern, die kein Blut spenden durften. "Gerade am Welt Aids Tag ist die Behandlung dieses Berichts und dieser Diskriminierung enorm wichtig", so Bundesrat Marco Schreuder, denn: "Wie die Volksanwaltschaft völlig richtig betont, spricht das Blutspendegesetz nur von 'Risiko' und unterscheidet zurecht nicht nach sexueller Orientierung. Organisationen wie das Rote Kreuz dagegen schon."

Aus dem Bericht der Volksanwaltschaft geht klar hervor, dass ein Ausschluss von homosexuellen Männern nur dann verständlich wäre, wenn es diesbezügliche Studien gäbe - diese sind jedoch nicht vorhanden. Im Bericht wird ebenfalls betont, dass HIV genauso durch heterosexuellen Kontakt übertragen werden kann und wird. "Natürlich ist die Risikofrage bei Blutspenden wichtig. Allerdings kennt Risikoverhalten keine sexuelle Orientierung. Daher gehört der Fragebogen des Roten Kreuzes dringend geändert", fordert BR Schreuder.

"Dass Organisationen wie das Rote Kreuz signalisieren, heterosexuelles Risikoverhalten sei eigentlich kein Risiko, homosexuelles jedoch sehr wohl, ist gerade heute - am Welt Aids Tag -ein fatales Zeichen. Denn Aufklärung über die Gefahr der HIV-Übertragung muss alle erreichen. Ich fordere das Rote Kreuz - wie alle anderen Organisationen, die Homosexuelle als Risikogruppe stigmatisieren - auf, sogleich und heute ihre Fragebögen für Blutspendewillige zu ändern", so Schreuder.

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