Tumpel: Arbeitsmarkt nicht kaputt sparen

Wien (OTS) - Im Oktober waren in der EU fast 24 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind um rund 7,5 Millionen mehr als noch vor der Krise. 5,5 Millionen davon waren Jugendliche. Die Zahl der Arbeitslosen steigt derzeit pro Monat um rund 120.000. Dieser Anstieg wird sich wegen der Konjunkturabschwächung noch beschleunigen. Auch in Österreich ist die Arbeitslosigkeit ist im November weiter angestiegen. Neben knapp 68.000 SchulungsteilnehmerInnen waren rund 253.000 Menschen beim Arbeitsmarktservice arbeitslos gemeldet. Somit waren im November rund 321.000 Menschen auf Arbeitssuche. Das sind um 1,2 Prozent mehr als im Vergleichsmonats des Vorjahres und um rund 50.000 mehr als noch vor der Krise. Betroffen sind, wie schon in den letzten Monaten, vor allem Ältere (plus 7,7 Prozent) aber auch Junge bis 24 Jahren (plus 5,3 Prozent). Vom Ansteigen der Arbeitslosigkeit sind besonders jene betroffen, die über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. "Sie sind verstärkt dem Risiko ausgesetzt, arbeitslos zu werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. Für diese Gruppe fordert Tumpel Möglichkeiten, damit sie die Phase der Arbeitslosigkeit nutzen können, um zusätzliche Qualifikationen zu erwerben und einen Berufsabschluss zu erlangen. Ebenso müssen wirksame Maßnahmen für Ältere gesetzt werden, damit sie länger in Beschäftigung bleiben können. Dazu gehören gesundheitserhaltende Maßnahmen ebenso wie kontinuierliche Weiterbildung, die auch mit dem Beruf und dem Familienleben zeitlich vereinbart werden kann. Jene Menschen, die ihren Beruf nicht mehr ausüben können, brauchen die Möglichkeit zur Rehabilitation und beruflicher Neuorientierung. Die Umsetzung dieser Maßnahmen, die bereits von den Sozialpartnern präsentiert wurden, wird dazu beitragen, dass Menschen länger in Beschäftigung bleiben. "Auch eine Schuldenbremse darf nicht dazu führen, dass erforderliche und sinnvolle Maßnahmen nicht in Angriff genommen werden können, weil die Mittel dafür fehlen. Der Arbeitsmarkt darf nicht kaputt gespart werden", warnt Tumpel.

Die AK fordert insbesondere:
+ Ausreichende Mittel für die Arbeitsmarktpolitik, um die erforderlichen Maßnahmen für Ältere und die Rehabilitation von Arbeit Suchenden mit Gesundheitsproblemen finanzieren zu können.
+ Laufbahnberatung und modulare Weiterbildung für Arbeit Suchende, die wiederholt von Arbeitslosigkeit betroffen sind.
+ Verbesserungen bei der Bildungskarenz, vor allem für Personen mit geringem Einkommen.

Rückfragen & Kontakt:

AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001