AK-Präsident: "Anrechnung des Partnereinkommens bei der Notstandshilfe ist nicht fair!"

Linz (OTS) - Im Vorjahr wurde 2761 Arbeitslosen, vor allem Frauen, die Notstandshilfe gestrichen, weil ihre Partnerin/ihr Partner zu viel verdient. Auch Wanda S. aus Steyr hat sich zuerst krank gearbeitet und dann keinen Cent Notstandshilfe bekommen. "Wer in die Arbeitslosenversicherung einzahlt, soll auch eine Leistung daraus bekommen, alles andere ist nicht fair", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Fast 20 Jahre hat Wanda S. als Arbeiterin in einer Steyrer Großhandelsfirma gearbeitet bis ihr Kreuz den Belastungen nicht mehr stand hielt und sie einen Bandscheibenvorfall erlitt. Im Herbst 2009 wurde sie operiert, sechs Wochen später flatterte die Kündigung ins Haus. Ein Schock für die 51-Jährige. Zu den gesundheitlichen Problemen kamen nun Depressionen. Es folgten ein langer Krankenstand und eine Reha. Bis August 2011 hatte Frau S. noch Anspruch auf Arbeitslosengeld. Weil ihr Mann zu viel verdiente, erhielt sie nach zwanzigjähriger Einzahlung in die Arbeitslosenversicherung anschließend keinen Cent Notstandshilfe.

"Das ist ein unhaltbarer Zustand! Die Anrechnung des Partnereinkommens muss deshalb schleunigst abgeschafft werden. Außerdem ist eine gesetzliche Regelung über einen Kündigungsschutz im Krankenstand überfällig genauso wie ein in die Pflicht nehmen von Betrieben, deren Arbeitsbedingungen Mitarbeiter/-innen krank machen", so Kalliauer.

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