GLOBAL 2000 und Ökostrom fordern: Was für Windräder gilt, müsste längst für Atomkraftwerke gelten

Wettbewerbsverzerrung: Bei Neubau von Windrädern muss Rückbau finanziell abgesichert werden - bei Neubau von Atomkraftwerken nicht. Umweltschützer fordern Angleichung der Gesetzgebung

Wien (OTS) - Bei Windkraftprojekten muss bereits in der Planungsphase der Rückbau - sprich die Wiederherstellung der "grünen Wiese" - berücksichtigt werden, sowohl was die konkrete Umsetzung als auch die Kosten betrifft. So müssen bei den Gemeinden auch Sicherheiten z. B. in Form von Bankgarantien hinterlegt werden. Dies wird jedoch weder bei Industrieanlagen noch bei der Errichtung von fossilen Kraftwerken oder gar von Atomkraftwerken gefordert. Reinhard Uhrig, Atomexperte bei GLOBAL 2000, betont: "Dies trägt einmal mehr zur Ungleichbehandlung der Erneuerbaren bei. Eine Kostenaufstellung und Konzepte für den Rückbau von Anlagen und für die Dekontaminierung muss per Gesetz für ausnahmslos alle Energieprojekte eingeführt werden, die Rückstellungen für den immens teuren Abriss von Atomkraftwerken müssen in einem Fonds gesichert werden, mit dem die Betreiber nicht mehr wie jetzt an den Finanzmärkten zocken können. Nur so ist es möglich, neben der Kostenwahrheit auch das tatsächliche Gefahrenpotential und das Risiko, das kommende Generationen im Zusammenhang mit Nuklearenergie tragen müssen, auch wirklich sichtbar zu machen."

Ökostrom ist schon lange nicht mehr teurer als konventioneller Strom. Reinhard Uhrig erklärt, wieso dieses Vorurteil sich jedoch immer noch in den Köpfen der Menschen hält: "Es fehlt an Kostentransparenz bei Nuklearenergie, die massiv durch die SteuerzahlerInnen bezuschusst wird. Außerdem werden erneuerbare Energieformen wie oben beschrieben per Gesetz diskriminiert. Derartige Wettbewerbsverzerrungen müssen abgeschafft werden - denn je mehr KonsumentInnen sich dann für Strom aus erneuerbaren Energiequellen entscheiden, desto mehr saubere Kraftwerke können finanziert, geplant und gebaut werden und desto günstiger und wirtschaftlicher kann Ökostrom produziert werden."

Atomstrom ist nur durch Wettbewerbsverzerrung marktfähig

Eine im Oktober 2011 von Univ. Prof. Friedrich Schneider von der Linzer Kepler Universität veröffentlichte Studie untermauert einmal mehr, dass Atomstrom nur durch die gravierende Unterversicherung von Atomkraftwerken marktfähig ist. Die enormen Schäden, die ein Atomunfall verursacht - im Fall von Fukushima werden sie derzeit auf 300 Mrd. Euro geschätzt, werden weitgehend von der Allgemeinheit getragen, die Gewinne aus der Atomkraft lukrieren die Betreiber. Wäre die Versicherungsprämie allerdings dem Risiko angepasst, würde kein Atomkraftwerk mehr betrieben werden, denn der Preis von Atomstrom würde sich vervielfachen. Die Studie errechnet einen Strompreis von 2 Euro/kWh für Atomstrom, würden AKWs so versichert sein müssen, dass materielle Schäden einigermaßen abgedeckt wären. "Die derzeitige Gesamt-Haftungssumme von Euro 2,3 Mrd. für ALLE deutschen AKWs zeigt, dass auch hier wieder Atomkraft finanziell bevorzugt wird", so Uhrig.

Wettbewerbsnachteil österreichischer Energieversorger durch subventionierten Atomstrom

Die österreichische Volkswirtschaft, vor allem auch die österreichische Energiewirtschaft, ist von der Preisstützung von Atomstrom durch die bestehende Unterversicherung und die unzureichenden Rücklagen für die Dekommissionierung betroffen. Der Preis von elektrischer Energie aus Atomkraftwerken wird generell mit etwa 2 Cent/kWh abgegeben. Dies bedeutet einen bedeutenden Preisvorteil gegenüber Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Reinhard Uhrig betont: "Es ist abzulehnen, dass Atomstrom durch die mangelnde Versicherung billig angeboten wird, dadurch Gewinne in Milliardenhöhe für wenige lukriert werden, die wahren Folgekosten des Rückbaus, der Haftung und nicht zuletzt der ungelösten Endlagerung des Atommülls auf die Allgemeinheit abgewälzt wird -- und dadurch sauberer Strom europaweit klein gehalten wird."

GLOBAL 2000 empfiehlt daher allen KonsumentInnen, jetzt ein Zeichen gegen subventionierten Strom mit unabschätzbaren Folgekosten und für eine saubere Energiezukunft zu setzen und zu einem der beiden Ökostromanbieter in Österreich, die Alpen Adria Energie www.aae-energy.com und die Oekostrom AG (www.oekostrom.at) zu wechseln -- das ist nicht schwieriger als seinen Handyvertrag zu wechseln.

Weitere Infos unter www.global2000.at/site/de/wissen/energie/stromkennzeichnung/article-s tromfilz.htm

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