Kinderfreunde: Familienabschiebungen sind Kinderrechtsverletzungen

Kinderfreunde fordern endgültiges Aus für Abschiebungen von gut integrierten Familien mit Kindern.

Wien (OTS) - "Es ist traurig, dass wir fast jeden Monat von einem ähnlichen Fall berichten können und dass weiterhin Familien abgeschoben werden, die in Österreich ihr Zuhause gefunden haben", erklärt LAbg. Jürgen Wutzlhofer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. Die Kinderfreunde und Roten Falken erneuern daher ihre Forderung nach humanitärem Bleiberecht für alle Familien, die viele Jahre in Österreich leben und gut integriert sind. "Der Staat beraubt sich seiner eigenen Zukunft, wenn er gut integrierte Mitglieder der Gesellschaft loswerden will. Außerdem sind diese Abschiebungen ein ganz klarer Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention", so Wutzlhofer.

Aktueller Anlass ist der Bericht in der Wochenzeitung "Falter" über die Abschiebung der Familie V aus Wien: Diese Familie serbischer Herkunft - ein alleinerziehender Vater mit einer 16-jährigen Tochter und einem 14-jährigen Sohn - sei seit sechs Jahren in Österreich, spreche akzentfrei Deutsch, und sei auf keinerlei staatliche Zuwendungen angewiesen. "Es gibt überhaupt keinen Grund, diese Familie abzuschieben, genau für solche Fälle gibt es die Möglichkeit des humanitären Bleiberechts.", so Wutzlhofer weiter.

Schon bei früheren Fällen von Abschiebungen gut integrierter Familien mit Kindern haben die Kinderfreunde auf das Thema aufmerksam gemacht und auf die Kinderrechtsverletzungen hingewiesen: "Wir haben viele Jahre für die Verankerung der Kinderrechte in der Verfassung gekämpft, doch im Bereich des Fremdenrechts ist das beschlossene Verfassungsgesetz absolut zahnlos", ärgert sich Wutzlhofer. Es brauche vor allem für die Rechte der Flüchtlingskinder eine Erweiterung und Verbesserung des Verfassungsgesetzes, weil diese explizit von diesen Bestimmungen ausgenommen seien: "Kinderrechte müssen für alle Kinder gelten", so Wutzlhofer abschließend.

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