Neues Volksblatt: "Neoliberal" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 1. Dezember 2011

Linz (OTS) - Neoliberal - das war das Mascherl, das die Linken der ÖVP, manchmal auch der FPÖ, angehängt haben, wenn sie der politischen Konkurrenz eins auswischen wollten.
Jetzt wissen wir: Neoliberalismus ist kein Monopol der Bürgerlichen, Neoliberale gibt es in allen Lagern. Auch in der SPÖ, wie der Vorsitzende der Sozialistischen Jugend, Wolfgang Moitzi, aufgedeckt hat.
Der Grund für dieses Outing der SPÖ ist die Schuldenbremse, die von den Jungsozialisten heftig bekämpft wird; unterstützt von vielen Parteigranden, zum Beispiel in Oberösterreich.
Dass einigen Alten die Schulden mehr oder weniger wurscht sind, kann man ja noch verstehen, sie müssen den Schuldenberg ja nicht abtragen. Völlig unverständlich ist es aber, wenn Junge gegen die Schuldenbremse protestieren; wenn sie praktisch dafür demonstrieren, dass sich die Alten ihre Lebenshaltungskosten von den Jungen finanzieren lassen.
Neoliberal ist also, wenn man den Jung- und gleichgesinnten Altsozis glauben darf, wer die Schulden einbremsen und Schluss machen will mit dem Leben auf Pump, damit auch die Kinder und Enkel noch einen gewissen finanziellen Spielraum haben; viel wird's ohnehin nicht sein.
So schnell kann "neoliberal" zum Ehrentitel werden!

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