Darabos: EU fixiert stärkere Abstützung der Bosnien-Mission auf Reservekräfte

Initiative Österreichs trieb Entscheidungsfindung zur Neuausrichtung voran -Durch Exekutivmandat robustes Eingreifen weiterhin möglich

Brüssel (OTS/BMLVS) - "Die Neuausrichtung der EU-Bosnien-Mission stimmt mit der Position Österreichs überein. Die Initiative Österreichs hat einen wichtigen Beitrag zur Entscheidungsfindung innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten geleistet. Das zeigt, dass auch kleinere Staaten in der EU etwas in Bewegung bringen können", sagte heute, Mittwoch, Verteidigungsminister Norbert Darabos am Rande des EU-Verteidigungsministerrates in Brüssel. Die EUFOR ALTHEA-Mission in Bosnien wird im kommenden Jahr das Exekutivmandat beibehalten, die Truppenstärke etwas zurückfahren, sich jedoch stärker auf Reservekräfte in den Heimatländern abstützen, die im Fall des Falles rasch eingreifen können. Dadurch kann die Mannstärke reduziert werden, ohne die Einsatzfähigkeit zu gefährden. Das Exekutivmandat erlaubt weiterhin ein robustes Eingreifen, falls es die Lage erfordert.

Seit etwa zwei Jahren gab es auf EU-Ebene keine Entscheidung, ob die Mission in Bosnien weitergeführt oder gar beendet werden soll. Manche Staaten plädierten für ein Ende der Mission, andere für die Aufrechterhaltung des Status quo. "Für Österreich war es wichtig, dass sich die Mission nicht einfach selbst auflöst und die bisherigen Erfolge der Operation in der Schlussetappe dadurch noch gefährdet werden", so der Ressortchef. "Mit dem Exekutivmandat und der Abstützung auf Reserven wird weiterhin Sicherheit gewährleistet", sagt Darabos. Dynamik in die Diskussion brachte ein unter der Federführung Österreichs erarbeitetes Positionspapier von Österreich, Ungarn, Slowakei, Bulgarien und Slowenien, das den Mitgliedsstaaten im September vorgelegt wurde. Dieses Papier sah als Kompromiss vor, dass die Kräfte reduziert werden können, jedoch nur wenn es entsprechende Reserven gibt. Das Papier sah ebenfalls vor, dass das Exekutivmandat erhalten bleibt. "Mit unserem Kompromiss ist es gelungen, die beiden Extrempositionen zusammenzuführen", sagt der Minister.

Derzeit befinden sich 1.300 Soldatinnen und Soldaten in Bosnien. Damit sind die Anforderungen an EUFOR ALTHEA nur zu etwa 60 Prozent erfüllt. Österreich ist jedoch in den letzten Jahren eingesprungen, um Lücken zu schließen. Seit 2007 wurde die österreichische Truppenstärke verdreifacht. Derzeit befinden sich rund 400 Soldatinnen und Soldaten aus Österreich in Bosnien. Österreich ist damit der größte Truppensteller. Österreich stellt auch den EUFOR-Kommandanten.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport
Mag. Stefan Hirsch, Pressesprecher des Bundesministers
Tel.: 050201-1020145
stefan.hirsch@bmlvs.gv.at
http://www.bundesheer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLA0002