Musiol: AlleinerzieherInnen dürfen keine Familie zweiter Klasse sein

Grüne für Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab 1. Lebensjahr

Wien (OTS) - "Niemand kann mit einem Teilzeitjob eine Familie ernähren, doch für einen Vollzeitjob fehlen vielen die passenden Kinderbetreuungseinrichtungen," sagt Daniela Musiol, Familiensprecherin der Grünen. Musiol unterstützt damit die heutige Forderung der AK Oberösterreich, wonach die Situation der Alleinerziehenden verbessert werden muss.

Fast jede zweite Ehe wird geschieden, die Zahl der Alleinerziehenden nimmt stetig zu: In ganz Österreich gibt es rund 111.000 alleinerziehende ArbeitnehmerInnen. "Alleinerziehende sind im jetzigen System eindeutig benachteiligt", hält Musiol fest und verweist einmal mehr auf die Problematik von Alleinerziehenden. So kann das Kinderbetreuungsgeld nur bezogen werden, wenn man im gemeinsamen Haushalt lebt, obwohl es genügend Männer gibt, die gerne Kinderbetreuungsgeld in Anspruch nehmen würden, aber schon getrennt vom Kind leben. Alleinerziehende und ihre Kinder sind überproportional von Armut und Armutsgefährdung (27 %) betroffen. Kindergärten, deren Öffnungszeiten den Eltern eine Vollzeitbeschäftigung ermöglichen und die insgesamt im Jahr nicht mehr als fünf Wochen geschlossen sind, haben nach wie vor Seltenheitswert. Eklatant ist auch der Mangel an Ganztagsschulen. Eine Pflegefreistellung für getrennt lebende Partner bzw. neuen Lebenspartnern ist nicht möglich.

Doch nicht nur die mangelhafte Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen bereitet Probleme, sondern auch die Qualität des derzeitigen Angebots. "Kinder haben in Österreich nicht die gleichen Bildungsmöglichkeiten. Je nachdem in welchem Bundesland sie leben, finden sie unterschiedliche Startbedingungen vor", sagt Musiol.
Ab welchem Alter ein Kind einen Kindergarten oder eine Krippe besuchen darf, wie viel die Betreuung kostet, wie viele Kinder in einer Gruppe betreut werden, welche Qualifikationen das Personal zu erfüllen hat und wie viel Platz ein Kind zum Spielen hat, wird vom Burgenland bis Vorarlberg anders geregelt. Nach wie vor gibt es -bedingt durch Mehrfachzuständigkeiten (Bund, Länder, Gemeinden) sowie jahrzehntelange Versäumnisse im Ausbau - viel zu wenige Kinderbetreuungsplätze in Österreich. "Das trifft vor allem Alleinerziehende", sagt Musiol und erneuert die Forderungen der Grünen nach einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Lebensjahr, eine bedarfsorientierte Grundsicherung, ein einkommensabhängiges Karenzgeld und die Abschaffung der Zuverdienstgrenzen zum Karenzgeld. Musiol dazu: "Als Alternative zur Zuverdienstgrenze sollte die Wahlmöglichkeit einer Arbeitszeitgrenze bestehen, das wäre vor allem für Alleinerziehende eine Erleichterung."

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