Türkei: Bartholomaios I. sieht Fortschritte für Christen

Oberhaupt der Orthodoxie würdigt jüngste Entscheidungen der türkischen Regierung - "Kathpress"-Bericht von Georg Pulling

Istanbul, 30.11.11 (KAP) Von voller Religionsfreiheit kann in der Türkei zwar keine Rede sein, die Situation für die christliche Minderheit verbessere sich aber stetig, wenn mitunter auch langsam. Das hat der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. am Vorabend des Andreasfestes (30. November) bei einem Empfang für eine gemeinsame Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen und des Weltkirchenrates im Phanar betont. Und er bekräftigte einmal mehr die Verwurzelung der Christen in der Türkei. Diese seien in dem Land schon viele länger als die Türken bzw. Muslime.

Das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche verwies auf die jüngste Ankündigung der türkischen Behörden, allen Stiftungen von Kirchen und Religionsgemeinschaften Rechtspersönlichkeit zu verleihen. Ausdrücklich würdigte er auch die von der türkischen Regierung vor einigen Monaten beschlossene Rückerstattung von in der Vergangenheit enteigneter Immobilien nichtmuslimischer Stiftungen.

Kritisch wies Bartholomaios I. darauf hin, dass es immer noch nicht zur Wiedereröffnung der orthodoxen Hochschule von Chalki gekommen sei. Zur vollen Religionsfreiheit gehöre nicht nur die Möglichkeit, Gottesdienst zu feiern, sondern auch, den eigenen Klerus ausbilden zu können, so der Patriarch.

Das Priesterseminar, das auf der Insel Heybeliada/Chalki im Marmarameer vor Istanbul liegt, ist seit 1971 geschlossen. Weil das Ökumenische Patriarchat seither keine eigenen Geistlichen mehr ausbilden konnte, wird die personelle Situation der 1.700 Jahre alten Institution von Jahr zu Jahr prekärer.

Wiedergutmachung von Unrecht

Dass nun tatsächlich die Chance auf Wiedergutmachung besteht, bestätigte der langjährige Direktor des österreichischen St. Georgs-Kolleg in Istanbul, P. Franz Kangler im "Kathpress"-Gespräch:
"In diesem Bereich ist in den vergangenen Jahrzehnten viel Unrecht passiert. Dass man nun von Seiten der Regierung bereit ist, das anzusprechen und zu handeln, ist ein sehr positives Zeichen."

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