Europaweite Protestkundgebungen gegen rumänisches Hundetötungsgesetz

Petition von VIER PFOTEN innerhalb weniger Tage von über 60.000 Menschen unterzeichnet

Wien (OTS) - Das vom rumänischen Parlament letzten Dienstag verabschiedete Gesetz, das die Massentötung von Streunerhunden erlaubt, wird weiterhin massiv bekämpft. Am Montag gab es eine Pressekonferenz der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in Bukarest und einen Flashmob von mehreren hundert Gesetzesgegnern, gestern demonstrierten Hundefreunde in fünf westeuropäischen Städten gegen das grausame Gesetz. Sie forderten Präsident Basescu dazu auf, das Gesetz zu kippen und stattdessen eine tierfreundliche und nachhaltige Lösung zu fördern.

Großbritannien, Niederlande, Deutschland, Schweiz, Österreich -trotz des sehr kurzfristigen Aufrufs und des ungünstigen Termins kamen gestern Dienstag viele Demonstranten und Interessierte zu den rumänischen Botschaften und Konsulaten in diesen Ländern. In Gesprächen mit Passanten wurde auf die Situation der Streunertiere in Rumänien aufmerksam gemacht, in Hamburg und London wurde den offiziellen Vertretern des östlichsten EU-Mitglieds ein Protestschreiben überreicht. "In einer Phase, in der weltweit Sparprogramme eingeführt werden, will die rumänische Regierung Millionen Euro an öffentlichen Geldern verschleudern für ein ineffizientes und tierfeindliches Gesetz, das die Streunerproblematik in keiner Weise löst", zeigt sich der Gründer und Stiftungspräsident von VIER PFOTEN, Helmut Dungler, enttäuscht.

Ein Beispiel für die sinnlose Geldverschwendung, die in diesem Gesetz steckt, ist der "Management"-Ansatz: Die Streunertiere müssen gefangen und in ein Tierheim gebracht werden. Dort sind sie dann zu kastrieren, außerdem werden sie geimpft und entwurmt. Insgesamt verbleiben sie nach dem Gesetz mindestens 30 Tage im Heim, was natürlich enorme Futterkosten verursacht. Wird ein Tier nicht adoptiert - was angesichts der komplizierten und erniedrigenden Prozedur zu erwarten ist -, kann es nach dieser Zeit getötet werden. Die Kosten für die neu zu errichtenden Tierheime und das Futter wären immens, die Streuner nach einem derartigen Aufwand ihres Lebens zu berauben, kann man nur erbärmlich nennen.

Innerhalb von nur fünf Tagen beteiligten sich über 60.000 Menschen an einer Online-Petition der Tierschutzorganisation gegen das Gesetz - ein beeindruckendes Zeichen dafür, dass die Bürger Europas diese Erlaubnis zum rücksichtslosen Umbringen zigtausender Hunde nicht akzeptieren. Die einzige tierfreundliche und nachhaltige Möglichkeit, die Streunertierpopulation zu reduzieren, ist eine gezielte Sterilisationsaktion. Bereits über 100.000 Hunde hat VIER PFOTEN in den letzten Jahren in Rumänien derart behandelt und damit eine wesentliche Senkung der Zahlen erreicht. "Wenn Rumänien ein gezieltes Sterilisationsprogramm startet an Stelle der grausamen und sinnlosen Tötungsaktionen, kann das Problem der Streunertiere innerhalb weniger Jahre gelöst werden", so Helmut Dungler. Der Ball liegt nun beim rumänischen Präsidenten Traian Basescu, der dem Votum des Parlaments widersprechen kann - Fortschritt oder Rückschritt?

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