vida-Frauen: Gewalt gegen Frauen im Job nicht unter den Teppich kehren

Gewerkschaft fordert besseren gesetzlichen Schutz und mehr Präventionsmaßnahmen in den Betrieben

Wien (OTS/ÖGB) - =

Gewalt am Arbeitsplatz sei nach wie vor ein
großes Problem, von welchem insbesondere Frauen stark betroffen seien, stellte vida-Frauenvorsitzende Elisabeth Vondrasek anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und im Rahmen der internationalen Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" fest. "Wir fordern deshalb die Verankerung verbindlicher Leitlinien gegen Gewalt und sexuelle Belästigung in den Betrieben. Derartige Vorfälle dürfen nicht als harmlose Delikte abgetan werden. Präventionsmaßnahmen in den Betrieben sowie ein besserer gesetzlicher Schutz sind deshalb notwendig", betonte Vondrasek am Freitag. ****

Dafür sei es "höchste Zeit", denn das Verdrängen und Verharmlosen von Gewalt im Job sei auch in Österreichs Betrieben noch weit verbreitet. "Das `Unter-den-Teppich-kehren` und Ignorieren dieses Problems ist keine Lösung", bekräftigt die vida-Frauenvorsitzende. Es sei erschreckend, dass laut einer EU-weiten Erhebung mehr als 80 Prozent der österreichischen Arbeitgeber Gewalt und Mobbing als "kein Thema in ihrem Betrieb" erachten würden.

Beinahe jeder und jede zweite Beschäftigte im Verkehrs- und Dienstleistungsbereich sei zumindest einmal mit "Gewalt am Arbeitsplatz" konfrontiert gewesen. Das hat eine Erhebung des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) im Auftrag der Gewerkschaft vida ergeben. Das Spektrum der Gewalt reiche dabei von verbaler Gewalt über Ausgrenzung und Mobbing bis hin zur sexuellen Belästigung und zu anderen physischen Übergriffen", erörtert Vondrasek.

Ursachen, die zu einer vermehrten Gewaltgefährdung von Frauen in den Dienstleistungsberufen führten, seien, dass Frauen häufiger als Männer auf unteren Hierarchieebenen, wo es weniger Mitsprache gäbe, arbeiten, so Vondrasek. Auch von sexueller Belästigung seien Frauen weit öfter als Männer betroffen. Auch Mobbing käme verstärkt gegenüber Frauen zur Anwendung, wenn Frauen etwa aufgrund von familiären Betreuungspflichten Arbeitgebern nicht uneingeschränkt zur Verfügung stünden.

Im Rahmen der Initiative "Tatort Arbeitsplatz. Gib der Gewalt im Job keine Chance." bietet vida den betroffenen Gewerkschaftsmitgliedern (www.tatortarbeitsplatz.at) Beratung und Hilfe an und fordert von den Betrieben und dem Gesetzgeber Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewalt ein: Dazu zählen die gesetzliche Verankerung eines Mobbingverbotes samt Sanktionen wie auch die Festschreibung von ArbeitspsychologInnen als verpflichtende Präventivkräfte im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz. Das Arbeitsinspektorat muss als Kontrollorgan für alle Arten von Gewalt im Betrieb eingesetzt werden, und um Sicherheit gewährleisten zu können, soll auch ausreichend Personal im Einsatz sein, fordern die vida-Frauen.

"Wir sind bemüht, die Varianten der Gewalt im Job aufzuzeigen. Die Betroffenen wollen wir ermutigen, sich der Gewalt nicht einfach zu beugen. Nur wer sich gegen Ungerechtigkeiten wehrt, hat auch die Chance, zu seinem Recht zu kommen", unterstrich Vondrasek.

"16 Tage gegen Gewalt an Frauen" ist eine internationale Kampagne. Sie findet jedes Jahr von 25. November bis 10. Dezember weltweit statt und umfasst den Zeitraum vom Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November) bis zum Internationalen Tag der Menschenrechte (10. Dezember). Ziel ist es, auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen. Österreich beteiligt sich seit 1992 an der Kampagne. Der 25. November erinnert als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen an die Ermordung der drei Schwestern Mirabal, die an diesem Tag im Jahr 1960 nach monatelanger Verfolgung und Folter vom dominikanischen Geheimdienst brutal ermordet wurden. Seit 1999 ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen von den Vereinten Nationen anerkannt.

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Tel.: 01 53 444 79-261
Mobil: 0664/614 57 33
Internet: www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0010