12. Bus-Fachmesse: Investitionen in junge Technologien und reisefreudige Senioren sichern wirtschaftliche Entwicklung

Suche nach qualifiziertem Personal für Top-Job BusfahrerIn immer wichtiger

Wels (OTS/PWK857) - Qualität und Investitionssicherung zeichnen
den ökonomischen Weg, den Österreichs Busbranche in den kommenden Jahren gehen wird. Insbesondere die starke Verbindung zur Touristik mache die Buswirtschaft zu einer der wesentlichen Säulen der ökonomischen Entwicklung. "In den Krisenjahren haben viele die Bedeutung dieser Branche erst so richtig schätzen gelernt", erklärte BR Angelika Winzig, in Vertretung von OÖ. Landeshauptmann Josef Pühringer auf der 12. Bus-Fachmesse in Wels. Dass die rechtlichen Rahmenbedingungen einer noch dynamischeren Entwicklung der Buswirtschaft entgegenstehen, wurde in vielen Diskussionen an beiden Veranstaltungstagen deutlich.

In einem Workshop zur Reform der aktuellen Straßen-Bemautung von Autobussen verlangte der Berufsgruppen-Obmann des heimischen Autobus-Gewerbes Johann Sklona Investitionssicherheit für seine Branchenkollegen: "Die Unternehmer modernisieren ihre Fuhrparks mit den neuesten Fabrikaten der Industrie - und dennoch wird der Aktionsradius unserer Fahrzeuge mehr und mehr eingeschränkt." Bus-Einfahrtsverbote in Städte zählen hier genauso wie etwa die ungerechtfertigte Gleichbehandlung von Bussen und LKW in der Straßenmautkategorisierung in Österreich. Sklona: "Derzeit fehlt es ganz einfach am politischen Willen. Daher werden wir für eine eigene Bus-Maut-Kategorie in Österreich kämpfen!"

EU-Lenk- und Ruhezeitenregelung hemmt Wirtschaftsdynamik

Ein weiteres Hemmnis diagnostizierten die Spitzenvertreter der Busbranche in der aktuellen Lenk- und Ruhezeiten-Regelung für Buslenker - der neuen EU-weiten 12-Tage-Regelung. Auch hier dominieren Maßstäbe aus der LKW-Branche. Auf Wochenendverkehre - wie sie im Tourismus typisch sind, wird keine Rücksicht genommen. Die Arbeitsbedingungen für BuslenkerInnen werden realitätsfern geregelt. Viele Unternehmen haben mittlerweile Probleme, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter für den Top-Job Buslenker zu gewinnen. Studien in Deutschland und Österreich weisen den Personalmangel mittlerweile als größtes Hindernis für eine starke Entwicklung der Busbranche aus. Dabei würden gerade die modernen Anforderungen im Schüler- oder auch Seniorenverkehr vielversprechende berufliche Aussichten bieten - speziell auch für Frauen. Sie sollen in Zukunft verstärkt für den Beruf des Buslenkers angesprochen werden.

Schweizer Tipps für den Zukunftsmarkt Senioren

Zu einer verstärkten Ansprache einer oft vernachlässigten Kundengruppe riet der Schweizer Tourismuswissenschafter Phillipp Boksberger den Busunternehmern in seinem Gastvortrag. "Mehr als zwei Millionen Menschen werden in Österreich 2050 über 60 Jahre alt sein. Jeder von uns will aber als Kunde so behandelt werden, als wäre er 15 Jahre jünger. So fühlen wir uns nämlich." Speziell der japanische Tourismusmarkt habe sehr gute Erfahrungen damit gesammelt, die Senioren-Kundengruppe ernst zu nehmen und dennoch modern anzusprechen, so der Chef des Lorange Institutes in Zürich. Boksberger: " Seniorenkunden wollen sich intuitiv zurechtfinden und alle Reise-Angebote mit niedrigem körperlicher Aufwand und ausreichend Platz und Komfort nutzen können. Wer die Leute im wahrsten Sinn des Wortes dort abholt, wo sie stehen, wird in Zukunft nicht nur mit schönen Bussen und guten Fahrern, sondern vor allem mit der individuellen Reisequalität punkten."

Unbedingte Kundenorientierung und brennende Leidenschaft rückte auch der zweite Gastredner Hubert Neuper in den Mittelpunkt seines Motivationsvortrags im Rahmen der Bundestagung der Autobusunternehmer. Der ehemalige Ski-Weltcupsieger und heutige Sport- und Veranstaltungsmanager fasste seine wechselvolle Lebensgeschichte zum Credo: "Wer auf seine Intuition hört, wird erfolgreich sein. Gegen die eigene Überzeugung auf Dauer anzukämpfen, führt in die persönliche Krise."

Mehr als 50 Fachaussteller - erfolgreiche Messebilanz

Keine Krisenstimmung herrschte jedenfalls bei den Ausrichtern der Bus-Fachmesse, welche traditionell das Rahmenprogramm für die 12. Bundestagung der Autobusbranche bildete. Mehr als 50 Aussteller aus den Wirtschaftsbereichen Bushersteller und Ausstatter, Dienstleister, EDV, Navigation, Aus- und Weiterbildung sowie Touristik präsentierten ihre aktuellen Angebote für 2012. "Wir freuen uns, dass wir alle zwei Jahre diese Plattform des wirtschaftlichen Austausches bieten können. Ohne Aussteller wäre diese Veranstaltung in dieser Form nicht durchführbar und unsere Mitgliedsunternehmen würden wirtschaftliche Chancen verlieren.", zog Fachverbandsgeschäftsführer Paul Blachnik eine zufriedene Messebilanz. (PM)

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Berufsgruppe Bus
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