AVISO: Quadriga 10 im Zeichen des schönen Scheins Buchpräsentation am 24. November 2011 im Palais Epstein

Wien (PK) - Die vagen "Versprechen der Schönheit", denen unsere Gesellschaft in zunehmendem Ausmaß zu erliegen scheint, stehen im Fokus des zehnten Teils der Buchpräsentationsreihe Quadriga, zu dem Nationalratspräsidentin Barbara Prammer heute Abend in den passend prunkvollen Rahmen des Palais Epstein lädt. Anhand von vier Buchneuerscheinungen, die sich der Machbarkeit von Schönheit annehmen, diskutieren Waltraud Posch (Soziologin und Autorin), Annelie Ramsbrock (Kulturhistorikerin und Autorin), Edvin Turkof (Facharzt für Plastische Chirurgie) und Hans Weiss (Autor und Journalist) unter anderem über kulturelle Werte und gesellschaftliche Strukturen, die hinter dem - oft schon suchtartigen - Streben nach vergänglicher körperlicher Attraktivität stehen. Für die Moderation des Gesprächs zeichnen Zita Bereuter (FM4) und Peter Zimmermann (Ö1) verantwortlich. Begrüßt werden die Gäste von Bundesratspräsidentin Susanne Neuwirth.

Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr. Für die Teilnahme ist eine verbindliche Anmeldung unter veranstaltungen04@parlament.gv.at erforderlich.

Als Diskussionsbasis dienen folgende Buchneuerscheinungen:

Hans Weiss, Ingeborg Lackinger Karger: Schönheit. Die Versprechen der Beauty-Industrie. Deuticke (2011)

Josef H. Reichholf: Der Ursprung von Schönheit. C.H. Beck (2011)

Annelie Ramsbrock: Korrigierte Körper - Eine Geschichte künstlicher Schönheit in der Moderne. Wallstein (2011)

Natasha Walter: Living Dolls. Warum junge Frauen lieber schön als schlau sein wollen. Krüger (2011)

Die präsentierten Bücher im Überblick

Dem umstrittensten Bereich der Medizin - nämlich der Plastischen Chirurgie - widmen sich Journalist Hans Weiss und Ärztin Ingeborg Lackinger Karger in ihrem "Schönheit. Die Versprechen der Beauty-Industrie" betitelten Buch. Darin kommen sie nicht nur auf die wichtigsten Techniken dieser Branche zu sprechen, sondern nehmen auch klare Kosten-Nutzen-Risiko-Bewertungen für 75 schönheitsmedizinische Verfahren vor. Viele der durchgeführten Eingriffe hätten verheerende Folgen, so das Fazit des Autorenduos, und gingen mit nicht unwesentlichen Schäden für jene, die sich unters Messer legten, einher. Das sei angesichts der Tatsache, dass sich hierzulande jeder Arzt ohne weitere Qualifikation mit dem Titel "Schönheitschirurg" schmücken könne und niemand den "Wildwuchs" an Eingriffen kontrolliere, auch kein Wunder. Weiss und Lackinger Karger plädieren vor diesem Hintergrund für ein Verbot spezifischer Eingriffsmethoden und die Durchführung europaweiter Zulassungsverfahren für Präparate, die dabei zum Einsatz kommen.

Einen gänzlich anderen Zugang zum Thema Schönheit wählt das Buch des bekannten Evolutionsbiologen Josef H. Reichholf: Dieser gelangt in seinem "Der Ursprung der Schönheit. Darwins größtes Dilemma" betitelten Werk zu dem Schluss, dass körperliche Attraktivität auf inneres Potential hinweist. Schönheit ist demnach nicht nur Anpassung, sondern echter Ausdruck von Individualität. Schließlich sind natürliche und sexuelle Auswahl, bei der Attraktivität eine entscheidende Rolle spielt, aufs Engste miteinander verknüpft. Man müsse deshalb zu dem Schluss gelangen, dass Schönheit und Schönheitsempfinden klare biologische Funktionen haben, resümiert der Autor.

Die Kulturhistorikerin Annelie Ramsbrock legt mit ihrem Buch "Korrigierte Körper" eine Geschichte der künstlich gestalteten Schönheit vom Ende der Aufklärung bis zum Beginn des Nationalsozialismus vor und gelangt zu dem Schluss, dass Schönheitsideale immer schon grundlegenden gesellschaftlichen Ordnungsmustern unterlagen. Körperkorrekturen geben dementsprechend "Auskunft über soziale, kulturelle und politische Werte", zeigt sich die Autorin überzeugt. Anhand zahlreicher Fallbeispiele und eines umfangreichen Materialkorpus illustriert Ramsbrock schließlich, dass die Schönheitsideale der Moderne "Ergebnis von Verwissenschaftlichung und Vergesellschaftung" sind.

Wenn sich eine 18-Jährige statt einer Weltreise eine Brustvergrößerung wünscht, läuft etwas falsch, meint die britische Publizistin und Feministin Natasha Walters. In ihrem Buch "Living Dolls. Warum junge Frauen lieber schön als schlau sein wollen." gelangt sie zu dem Schluss, dass die meisten Frauen zwar überzeugt seien, ihr Leben und ihre Sexualität selbstbestimmt im Griff zu haben, die Realität aber anders aussehe: Schließlich reduzierten sich viele nur auf ihr Äußeres und betrachteten Attraktivität als alleinigen Schlüssel zum Erfolg. Ihr Buch ist deshalb auch eine Kampfschrift gegen das Wiedererstarken des aggressiven Sexismus. (Schluss)

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie - etwas zeitverzögert - auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) im Fotoalbum.

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA0001