Haimbuchner zu Wohnbaureform: Extra-Förderung für Passivhäuser bleibt als Kompromiss erhalten

2011 wurden bislang lediglich 33 Passivhäuser in OÖ errichtet -"Förderung bleibt, um das Gesamtpaket der Reform nicht zu gefährden"

Linz (OTS) - =

"Die Extra-Förderung für Passivhäuser bleibt doch
erhalten", so der Landesparteiobmann der FPÖ Oberösterreich, Wohnbaulandesrat Dr. Manfred Haimbuchner. "Bisher war die Inanspruchnahme dieser Förderung gering. Von bislang 2.138 geförderten Eigenheimen im Jahr 2011 waren lediglich 33 Passivhäuser. Im Grunde genommen eine Luxusförderung, die kaum budgetrelevant ist. Denn die Mehrheit der Häuslbauer entscheidet sich ohnehin für andere Varianten. Trotz dieser klaren Fakten werden diese von den anderen Parteien nicht ausreichend gewürdigt, aus welchen Gründen auch immer. Ich halte als Wohnbaureferent die Förderung aufrecht, um das Gesamtpaket der Reform nicht zu gefährden. Diese Reform ist für die Bürger einfach zu wichtig und zu dringend, um auf dem Altar der politischen Kurzsichtigkeit geopfert zu werden." ****

Im ursprünglichen Verordnungsentwurf war diese Extra-Förderung nicht mehr vorgesehen. "Grund dafür: Mit der Umstellung der Bemessungsgrundlage auf die von der OIB (Österreichisches Institut für Bautechnik) vorgesehenen Richtlinien wird eine Sonderförderung für Passivhäuser zu einem Nullsummenspiel", so Haimbuchner. Experten des Landes OÖ und des OÖ. Energiesparverbandes, aber auch nationale und internationale Studien belegen, dass Passivhäuer - also Häuser mit besonders niedrigem Heizwärmebedarf von nur 10 kWh - bei weitem nicht halten, was sie versprechen. "Gibt es nun seitens der Politik dafür Förderung, so ist dies eine Aussage - dass etwas grundsätzlich vernünftig sei. Mir war es daher ein Anliegen, die gesamte Eigenheimförderung auf die Betrachtung der Gesamtenergie umzustellen. Und schon dem System nach hat hier ein so genanntes Passivhaus nichts mehr verloren", verweist Haimbuchner auf seine Bedenken. Laut Studien überschreiten nach Passivhausstandards gebaute Objekte diese 10 kWh regelmäßig. Der vorgegebene niedrige Heizwärmebedarf wird also nicht erreicht. "Bestes Beispiel im mehrgeschossigem Wohnbau ist die Solarcity in Linz, Pichling. Eine Evaluierung ergab bereits vor einigen Jahren eine Überschreitung von mehr als 100 Prozent."

"Daher kann in Zukunft das Passivhaus nur eine Möglichkeit neben anderen sein und nicht zum alleinigen Standard werden", betont Haimbuchner. Fachexperten würden zudem auch die systemimmanente hohe Lufttrockenheit bemängeln, die eine Folge des Heizsystems mit warmer Luft sei. "Häufig bauen Bewohner dann ein wassergetragenes Heizsystem ein, was die Wirtschaftlichkeit noch weiter verschlechtert. Abgesehen von der mangelnden Zielerreichung beim Heizwärmebedarf offenbaren sich in der Gesamtenergie-Betrachtung weitere Schwachstellen bei Passivhäusern. Und gemäß EU-Gebäuderichtlinien, sowie der nationalen Richtlinie des Österreichischen Instituts für Bautechnik soll den Heizwärmebedarf in Zukunft eine
Gesamtenergie-Betrachtung eines Gebäudes in ganz Österreich ablösen", so der FPÖ-Wohnbaureferent abschließend. (schluss) bt

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