Schatz begrüßt guten Lohnabschluss für LeiharbeiterInnen

Grüne: Umgehung von Stehzeiten derzeit größtes Problem

Wien (OTS) - "Die Arbeitsbedingungen für LeiharbeiterInnen in Österreich sind zwar formal in Gesetz und Kollektivvertrag im EU-Vergleich vorbildlich geregelt, es hapert jedoch an der Umsetzung gültiger Regelungen und daher ist auch in Österreich Leiharbeit für viele Betroffene äußerst prekär", erklärt Brigit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen.

Der Alltag vieler LeiharbeiterInnnen bedeutet nicht zu wissen, wie lange ihre Arbeitseinsätze überhaupt dauern und am Freitag zu erfahren, dass einen die Beschäftigerfirma am Montag nicht mehr braucht und ab Dienstag wieder arbeitslos zu sein, erläutert Schatz. "Solche Verhältnisse entstehen derzeit durch die Umgehung der Stehzeiten, jenen Zeiten in denen LeiharbeiterInnen nicht durch Zeitarbeitsfirmen verliehen werden können."

Leiharbeitsfirmen sind zwar laut Kollektivvertrag zur Weiterbezahlung ihrer ArbeitnehmerInnen in Stehzeiten verpflichtet, denn es gibt Kündigungsfristen die einzuhalten sind. Diese werden aber systematisch umgangen in dem LeiharbeiterInnen durch Überlasserfirmen zu einvernehmlichen Lösungen überredet werden. So bedeutet für etwa 60-80 Prozent aller LeiharbeiterInnen das Ende des Arbeitseinsatzes beim Beschäftigerbetrieb zugleich auch das Ende des Arbeitsverhältnisses bei der Zeitarbeitsfirma. "LeiharbeiterInnen werden so um den ihnen zustehenden Lohn gebracht und erhalten nur noch Arbeitslosengeld, das AMS finanziert quasi die Stehzeiten für die Zeitarbeitsfirmen", kritisiert Schatz. Meist werden arbeitslose ZeitarbeiterInnen schon nach zwei Wochen wieder von denselben Leiharbeitsfirmen verliehen. Der Verwaltungsgerichtshof hat die Praxis bereits als rechtswidrig verurteilt. "Diese Praxis muss dringend eingedämmt werden und Stehzeiten müssen bezahlt werden", fordert Schatz. Die im Dezember fällige Umsetzung der EU-Richtlinie und die dafür erforderliche Novellierung des Arbeitskräfte-Überlassergesetzes bieten den Anlass, den Missbrauch zu stoppen.

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