Tagung "Zeit ist Leben" heute in der AK: Arbeit darf Gesundheit und Lebensqualität nicht gefährden!

Linz (OTS) - Zeitdruck und Überstunden belasten. Das zeigt der Arbeitsgesundheitsmonitor der AK Oberösterreich. "Wir brauchen Arbeitsbedingungen, die gesund halten", appelliert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer anlässlich der Tagung "Zeit ist Leben" in der Arbeiterkammer am 24. November. Kalliauer fordert eine kürzere Vollzeit und mehr Mitsprache der Beschäftigten.

Arbeit ist Leben und Arbeitszeit ist Lebenszeit. "Der Zusammenhang von Zeit, Arbeit und Leben kommt oft zu kurz", kritisiert AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer und verweist auf die alarmierenden Ergebnisse des AK-Arbeitsgesundheitsmonitors:

Wer durch Zeitdruck belastet ist oder häufig Überstunden macht, leidet stärker unter körperlichen Beschwerden. 68 Prozent der durch Zeitdruck belasteten Arbeitnehmer/-innen verspüren Nervosität und Zerfahrenheit. Viele leiden unter Erschöpfungszuständen und Kreuzschmerzen.
Zeitdruck und Überstunden belasten auch die Psyche und das Wohlbefinden. 52 Prozent all jener, die häufig Überstunden machen bzw. 67 Prozent jener, die durch Zeitdruck belastet sind, können nach der Arbeit nicht abschalten.
Depression, Gereiztheit, Erschöpfung, Sinnlehre, Nicht-Abschalten-Können: Jede zweite Arbeitnehmerin/Jeder zweite Arbeitnehmer leidet unter mindestens zwei dieser psychischen Probleme. Unter jenen mit langen oder unregelmäßigen Arbeitszeiten sind es rund drei Viertel!

Der Zeitforscher Jürgen P. Rinderspacher von der deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik warnt bei der heutigen AK-Tagung:
"Während die Menschen in vergangenen Epochen über relativ viel Zeit und wenig Güter verfügten, hat sich dies bis heute in das Gegenteil verkehrt. Die Menschen verfügen in der modernen Gesellschaft über eine im Durchschnitt historisch einmalige Gütermenge, dafür jedoch über zu wenig Zeit."

AK-Präsident Kalliauer: "Die Gestaltung der Arbeit hat sich an den Menschen zu orientieren. Arbeit muss so gestaltet sein, dass sie den Menschen auch über einen längeren Zeitraum nicht über Gebühr belastet oder überlastet." Kalliauer fordert Arbeitszeitverkürzung und den Abbau von Überstunden sowie die Möglichkeit, seine Arbeitszeit je nach Lebensphase gestalten zu können - etwa durch das Recht auf einen Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit. Der AK-Präsident wünscht sich auch ein stärkeres Mitbestimmungsrecht der Betriebsräte beim Personalstand und bei der Arbeitsorganisation, um Arbeitsverdichtung zu verhindern.

Zeitforscher Rinderspacher spricht sich für mehr "Zeitwohlstand" aus - also eine ausreichende Menge an Zeit, ausreichend gemeinsame Zeit und ein hohes Maß an Selbstbestimmung darüber, wie die eigene Zeit verwendet wird. "Zeitwohlstand ist Ergebnis eines mühevollen und nicht endenden Prozesses der gesellschaftlichen und persönlichen Wiederaneignung der verlorenen Zeit", so der Zeitforscher.

Details zur Tagung - Vorträge, Diskussionen und Grafiken - finden Sie unter www.arbeiterkammer.com .

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