Lehrer zu Fekter: Wir brauchen "Rettungsschirm" vor unqualifizierten Attacken!

Wer 1.300 Euro netto für ein exorbitantes hohes Einkommen hält, hat Bezug zur Realität verloren.

Wien (OTS) - Mit Unverständnis und Entsetzen reagieren die Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften in der GÖD auf die gestern publik gewordenen Aussagen der Finanzministerin zu LehrerInnengehältern und Arbeitszeit.

Paul Kimberger, Vorsitzender der PflichtschullehrerInnengewerkschaft, fasst den Unmut zusammen: "Wenn Banken Rettungsschirme brauchen, dann brauchen wir LehrerInnen dringend einen Rettungsschirm vor all jenen, die sich mit der Schulrealität nicht auseinandersetzen und für die PädagogInnen offenbar nur Buchungszeilen im Budget sind. Während unsere KollegInnen unter zunehmend schwieriger werdenden Bedingungen tagtäglich ihr Bestes geben, plaudert Ministerin Fekter locker über Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich."

Eckehard Quin, der AHS-Vorsitzende, ergänzt: "Einem Akademiker ausrichten zu lassen, dass er mit einem Anfangsbezug von etwas über 1.300 Euro exorbitant gut bezahlt ist, kann nur als Verhöhnung seiner Arbeitsleistung empfunden werden! Fekter hat offenbar noch nicht begriffen, dass unser Schulsystem auf Idealismus und Arbeitsleistung weit jenseits der 40-Stundenwoche basiert. Ihre Aussagen sind eine Schlag ins Gesicht zehntausender engagierter Lehrerinnen und Lehrer."

Jürgen Rainer, BMHS-Gewerkschaftsvorsitzender, verweist auf die LehrerInnenarbeitszeitstudie "LehrerIn 2000", die gemeinsam von Dienstgeber- und Dienstnehmerseite in Auftrag gegeben wurde und deren Ergebnisse eindeutig sind: "Ein kurzer Blick in diese Studie hätte Ministerin Fekter gezeigt, wie hanebüchen ihr Vorstoß ist. Mag sein, dass Euro-Krise etc. die Ministerin zeitlich so beanspruchen, dass sie für diese Lektüre keine Zeit gefunden hat. Ahnungslosigkeit können wir aber als Entschuldigung für diese Entgleisungen nicht akzeptieren!"

Albert Arzt, Vorsitzender der Gewerkschaft der BerufsschullehrerInnen, bedauert mit Blick auf den LehrerInnenmangel, dass die Finanzministerin kaum wieder gut zu machenden Schaden angerichtet hat: "Was soll sich ein junger Mensch denken, der kurz vor der Matura steht und ein Lehramtsstudium in Erwägung zieht? Hände weg von einem Beruf mit so niedriger Bezahlung und einer drohenden massiven Arbeitszeiterhöhung! Wohl nicht nur im Berufsschulwesen werden uns bei solchen "Werbemaßnahmen" die Lehrer ausgehen."

Dominikus Plaschg, Vorsitzender der LandwirtschaftslehrerInnen, hat auch kein Verständnis dafür, dass bei den laufenden Dienstrechtsverhandlungen dieses Thema nie auf der Tagesordnung stand: "Wir haben bisher in sechs Verhandlungsrunden fast nichts Konkretes besprochen, weil die Rahmenbedingungen nicht geklärt sind. Und nun richtet uns BM Fekter über die Medien so etwas aus! Wenn das ihr Verständnis von konstruktivem sozialpartnerschaftlichem Umgang ist, dann gute Nacht!"

"Bundeskanzler und Vizekanzler müssen dafür sorgen, dass Seriosität und Sachlichkeit in die Bildungsdebatte zurückkehren. Wir sind zu konstruktiven Gesprächen bereit. Sachlich völlig unbegründete Attacken weisen wir jedoch mit aller Schärfe zurück!", so Walter Riegler, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen in der GÖD, abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Albert Arzt, Vorsitzender der Gewerkschaft der BerufsschullehrerInnen
Paul Kimberger, Vorsitzender der APS-Gewerkschaft
Dominikus Plaschg, Vorsitzender der Gewerkschaft der LandwirtschaftslehrerInnen
Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft
Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft
Walter Riegler, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen in der GÖD

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