Automobilimporteure: Feinstaub - die Schuld trägt nicht immer nur das Auto!

Wien (OTS) - Die Unschuldsvermutung gilt für jeden und alles, nur ganz offensichtlich nicht einmal teilweise für das Automobil. Während Experten unverändert über die Höhe der Mitverantwortung des Verkehrs an der Feinstaubbelastung rätseln, fehlt es einmal mehr an Fakten. Ein Partikelfilter würde den Feinstaub in den Griff bekommen, ein hochwertigerer Dieseltreibstoff könnte das Problem lösen. Aufgaben, denen sich die Automobilindustrie gestellt und die sie mit neuen Modellen auch gelöst hat. Sich aufgrund der erreichten Ziele zurückzulehnen, steht dennoch nicht am Plan. Jüngstes Beispiel dafür ist die Forcierung der Einspritzung von Harnstoff in den Abgastrakt bei Diesel-PKW-Modellen. Eine Entwicklung, die auch bei LKW's eingesetzt wird. All diesen Anstrengungen zum Trotz hat uns der Feinstaub leider in stark erhöhter Konzentration fest im Griff. Doch den Straßenverkehr gab es auch die Monate vorher.
Schuld daran sind in erster Linie die dicken Nebelschichten über den Niederungen, die die natürliche Luftzirkulation erheblich einschränken, der fehlende Niederschlag und nicht zuletzt die tiefen Temperaturen. Anstatt sich wie bei jedem anderen Problem gesamthaft an Lösungen zu arbeiten, wie es zum Bsp. in OÖ und Graz schon passiert, wird einmal mehr das Automobil, und hier ganz besonders die Gruppe der besonders effizienten Dieselmodelle an den Pranger gestellt. Ohne Individualverkehr keine Feinstaubbelastung, so rufen es selbsternannte Experte ins Land. Und nachdem diese Verurteilung so praktisch ist, wird sie in keiner Art und Weise hinterfragt, sondern im Gegenteil vom ORF einseitigst zur Verunsicherung der Bürger kommuniziert.

Feinstaub auch ohne Kraftfahrzeug

Nehmen wir das Beispiel Graz. Vor einigen Jahren wurde dort für drei kalte Wintertage der Durchzugsverkehr, der im Normalfall den Plabutschtunnel passiert, durch die Stadt umgeleitet. Eine Erhöhung der Feinstaubbelastung an den unzähligen Messpunkten ging damit nicht einher. Ebenfalls auffällig die Feinstaubrekordwerte, die an den zwei Feiertagen in diesem Jahr in Graz gemessen wurden. Am 1. Jänner schrillten die Feinstaubalarmglocken ebenso wie am 26. Oktober, unserem Nationalfeiertag. Beide Tage zeichneten sich durch LKW-freie Straßen, durch das Fehlen des gerne verurteilten Pendlerverkehrs und damit insgesamt durch eine sehr geringe Verkehrsdichte aus.

Natürlich hat auch der Verkehr seinen Anteil am Feinstaub. Doch dieser dürfte deutlich geringer sein, als gemeinhin angenommen wird, nämlich 5,2 % in 2010 mit sinkender Tendenz durch den Ersatz von Altfahrzeugen. Während die Autos fast täglich sauberer werden, ist im Bereich Hausbrand in den letzten Jahren so gut wie nichts passiert. Auch die effiziente Dämmung von Häusern ist in den Ballungsgebieten kein ernst zu nehmendes Thema, sieht man einmal von der Minderheit der Neubauten ab. Beides Bereiche, bei denen der Staat tief in die leeren Taschen greifen müsste. Nachholbedarf gibt es auch bei der Optimierung der Streuung auf Gehsteigen und Straßen. Hier zählt noch immer die Menge als einziger Indikator für das rutschfreie Ergebnis.

Dr. Gerhard Pils, Sprecher der Automobilimporteure: "Niemand will die Feinstaubrekordwerte tatenlos betrachten, auch die Autofahrer nicht. Allerdings haben die Automobilhersteller ihre Hausaufgaben in Sachen Feinstaubreduktion gemacht und die Abgase der neuen Dieselmodelle gesäubert. Es ist an der Zeit, alle anderen Verursacher ebenfalls in die Pflicht zu nehmen und gesamthafte Lösungen zu verfolgen. Das Automobil ständig allein für Feinstaub verantwortlich zu machen, löst das Problem sicher nicht nachhaltig."

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Arbeitskreis der Automobilimporteure
Dr. Christian Pesau
Geschäftsführer
Tel.: +43-1-71135-2760
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