FVMI: Diesel auf europäischen Produktenmärkten teurer als Benzin

Ende dieses Preistrends derzeit nicht in Sicht - starke Nachfrage und Spekulation

Wien (OTS) - Der Preis für Diesel ist in den letzten Wochen stark gestiegen. Die saisonbedingte große Nachfrage nach Diesel und Heizöl einerseits und Spekulationen sowie Euro-Kursverluste andererseits haben die Preise auf den europäischen Produktenmärkten insbesondere für Mitteldestillate massiv angetrieben. Die geringe steuerliche Begünstigung von Diesel gegenüber Benzin macht in Österreich einen Preisausgleich zunehmend schwierig. Hinzu kommen europaweite Beeinträchtigungen der Mineralöl-Transportkapazitäten aufgrund von Niederwasser auf den europäischen Hauptschifffahrtswegen, wie z.B. am Rhein.

"Fakt ist, dass Diesel auf den europäischen Produktenmärkten schon seit langer Zeit teurer als Benzin ist. Für den Konsumenten war das an der Zapfsäule aufgrund der höheren Besteuerung von Benzin bisher nur selten bemerkbar. Vor dem Hintergrund der aktuell hohen Nachfrage nach Mitteldestillaten (Diesel und Heizöl) in ganz Europa stieg der internationale Produktenpreis mehr als bei Benzin. Benzin ist hingegen ausreichend am Markt vorhanden, was dieses im Vergleich zu Diesel preislich eher stabil hält", so Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie.

Spekulationen und Wechselkursschwankungen lassen Preise steigen

Neben der gestiegenen Nachfrage wirken sich auch weitere Faktoren negativ auf die aktuellen Spritpreise aus. So beinhalten die aktuellen Preise wegen der unsicheren Erwartungshaltungen einen maßgeblichen Spekulationsanteil. Gleichzeitig ist der Kurs für den Euro gegenüber dem US-Dollar seit dem Frühjahr von rund Euro 1,45/ USD auf aktuell Euro 1,34/USD gesunken. Dies hat zur Folge, dass die Mineralölunternehmen im Einkauf auf den internationalen Produktenmärkten für den gleichen Preis weniger Ware bekommen.

MÖSt-Erhöhung für den hohen Dieselpreis mitverantwortlich

Mittlerweile ist der europäische Preisunterschied zwischen Diesel und Euro Super ohne Steuern schon so groß, dass hierzulande die nur noch geringe steuerliche Begünstigung von Diesel von 8,5 Cent/Liter nicht mehr ausreicht, Diesel an den Tankstellen billiger verkaufen zu können. Dank der heimischen Steuerpolitik, man denke an die letzten MöSt-Erhöhungen, wurde die Steuerbegünstigung für Diesel sukzessive verringert. Aktuell liegt der Anteil an öffentlichen Belastungen bei Diesel durch Steuern und Abgaben bei 46%.

Geringe Margen gefährden Versorgungssicherheit in Randlagen

Entgegen generell gestiegener Rohöl- und Produktenpreise sind seit Jahresbeginn die heimischen Margen beim Kraftstoffverkauf an Tankstellen weiter gesunken. Zusätzliche kostenintensive Maßnahmen, wie die vor kurzem ins Leben gerufene Spritpreisdatenbank, verstärken den Kostendruck auf die österreichischen Mineralölunternehmen und Tankstellen noch weiter. Der harte Wettbewerb hat zur Folge, dass unrentable Standorte vor allem in Randlagen geschlossen oder zumindest auf Automatenbetrieb umgestellt werden müssen. Das bedeutet für zahlreiche Gemeinden das Wegbrechen des oft einzig verbliebenen Nah- und Kraftstoffversorgers. Historisch gesehen bewegen sich die Spritpreise übrigens - wenn man die Inflation heraus rechnet - seit rund 40 Jahren auf konstantem Niveau. Allerdings kann sich heute der Konsument aufgrund des über die Jahre gestiegenen Lebensstandards vergleichsweise mehr Kraftstoff leisten als noch in den 1980er Jahren.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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