Österreichs Buswirtschaft fordert: "Autobus verdient neuen Stellenwert in Europas Verkehrspolitik!"

12. Bundesfachtagung des WKO-Berufsgruppe Bus in Wels mit neuem Teilnehmerrekord eröffnet

Wels (OTS/PWK845) - Trotz wachsender Feinstaubbelastung,
Klimawandel und Verkehrsinfarkt führt der Autobus einen Existenzkampf in Europas Verkehrsnetzen. In der nationalen wie in der europäischen Verkehrspolitik komme der Bus zu kurz, kritisierte der Berufsgruppen-Obmann des österreichischen Autobusgewerbes, Johann Sklona, zur Eröffnung der 12. Bundesfachtagung der Busbranche gestern, Mittwoch, Abend in Wels. Sklona. "Wir werden nicht gehört. Dass der Bus mittlerweile den kleinsten ökologischen Fußabdruck aller Verkehrsmittel hinterlässt, scheint niemanden zu interessieren. Während die Technik den Autobus zum sauberen Verkehrsmittel entwickelt hat, benachteiligt der Stillstand in der Gesetzgebung das wirtschaftliche Fortkommen der Busunternehmen immer eklatanter."

Dabei sei der Autobus aufgrund seiner Flexibilität nach wie vor der wesentlichste Träger des öffentlichen Nahverkehrs. Vor allem jene Menschen, die aufgrund ihrer Jugend oder ihres Alters selbst nicht mobil genug wären, kommen mit dem Bus sicher von A nach B. Die Würdigung des europäischen Gesetzgebers für diese wichtige Rolle des Busses, bleibe jedoch aus, sagte Sklona: "Sämtliche Komfort- und Sicherheitseinrichtungen, die seit Anfang der 1990er Jahre in unseren Bussen zur Standardausstattung wurden, ließen das Leergewicht der Fahrzeuge um mehr als 3 Tonnen anwachsen. Die 18-Tonnen-Gesamtgewicht-Beschränkung für 2-achsige Busse blieb hingegen in Österreich nach wie vor unverändert aufrecht. Das heißt, dass wir heute deutlich weniger Fahrgäste transportieren dürfen als früher. Das ist unwirtschaftlich."

Wildwuchs europäischer Normen beenden

Erschwerend komme noch hinzu, dass - trotz gemeinsamer europäischer Wirtschaftspolitik -nahezu jedes EU-Mitglied eigene nationale Gewichtslimits beschlossen habe. Ein europäischer Normen-Wildwuchs ist die Folge, der ungleiche Wettbewerbsbedingungen schafft und internationale Busreisen deutlich erschwert. Ähnlich gestalten sich sind die Rahmenbedingungen bei der Bus-Maut. "Auch hier ist von einer einheitlichen europäischen Lösung nicht zu sprechen. Im österreichischen Mautsystem werden Busse noch dazu gleich wie LKW behandelt. "Dabei transportieren wir Menschen und keine Güter - und das noch dazu auf umweltschonendsten Weg. Die Buswirtschaft reduzierte ihre Schadstoffemission seit 1990 um ganze 98 Prozent!", sagte Sklona. Ein Bus sei eben kein LKW, sondern das unfallsicherste, ökologischste Straßenverkehrsmittel der Welt.

Im Rahmen einer gesamteuropäischen Informationsoffensive machen die Busverbände auf derartig haarsträubende Versäumnisse öffentlich aufmerksam. Die sogenannte "Smart Move"-Kampagne klärt die Öffentlichkeit bereits seit zwei Jahren über die Vorzüge des Busses auf. "Nunmehr scheint die Zeit für politische Entscheidungen reif", sagte WKO-Fachverbandsgeschäftsführer Paul Blachnik auf der mit knapp 300 Teilnehmern bestbesuchten Fachtagung in Wels. Gemeinsam mit ihren Partner-Bus-Verbänden aus Deutschland und der Schweiz verlangt die WKO-Berufsgruppe Bus die europaweite Anhebung des Gewichtslimits für 2-achsige Autobusse auf 19 Tonnen. Darüber hinaus soll die Schaffung einer spezifischen Bus-Maut-Kategorie dafür sorgen, dass die Anforderungen an Personenbeförderungen künftig nicht mehr mit jenen an die Güterbeförderung in einen Topf geworfen werden. Berufsgruppen-Obmann Sklona ergänzte: "Der Autobus verdient einen neuen Stellenwert in der Verkehrspolitik. Nur so ist eine zukunftsorientierte, wirtschaftlich und ökologisch lebensfähige Weiterentwicklung der europäischen Verkehrsnetze möglich."

Zur österreichischen Bus-Branche

Die mehr als 1.300 österreichischen Busunternehmer (www.berufsgruppe-bus.at) betreiben eine Flotte von mehr als 9.000 Bussen. Mit diesen werden im Reiseverkehr jährlich über eine Million Gäste befördert sowie im öffentlichen Personennah- und Regionalverkehr auf der Straße mehr als die Hälfte aller 1,1 Milliarden Beförderungsfälle garantiert. Die Unternehmen investieren jährlich rund 225 Millionen Euro in ihren Fuhrpark. Der Bus ist mit 15g/CO2 pro Passagier/pro km das mit Abstand sauberste Straßenverkehrsmittel. Die geringen Schadstoffemissionen und die ständige Reduzierung der Geräuschemissionen unterstreichen den hohen ökologischen und ökonomischen Nutzen des Omnibusses gegenüber dem Individualverkehr. (PM)

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