Erweitertes WKÖ-Präsidium beschließt Reform der WKO-Pensionskasse

Unstimmigkeiten der Vergangenheit werden bereinigt - Basis für finanzielle Stabilität in der Zukunft gelegt

Wien (OTS/PWK843) - Aufgrund der nicht den Erwartungen entsprechenden finanziellen Entwicklung der Wirtschaftskammern Pensionskasse AG sind die Wirtschaftskammern als Arbeitgeber mit den Belegschaftsvertretern auf deren Ersuchen in Verhandlungen über eine Reform der Wirtschaftskammern Pensionskasse eingetreten. Nach einem langen und komplexen Verhandlungsprozess hat das Erweiterte Präsidium der Wirtschaftskammer Österreich am 23. November 2011 mit überwältigender Mehrheit ein Reformpaket beschlossen, das notwendige Korrekturmaßnahmen für die Vergangenheit setzt und die WK-Pensionskasse stabilisiert.

Im Zuge der Verhandlungen waren Bedenken entstanden, ob bestimmte Berechnungen bei der Gründung der Pensionskasse 1999 richtig waren. Konkret geht es um die Frage biometrischer Risken (versicherungsmathematische Einschätzung und Berücksichtigung von Sterblichkeiten und Invalidität). Im Zuge der laufenden Kontrolle der Pensionskasse hat nun 2011 die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Pensionskasse aufgefordert, die Ungereimtheiten bezüglich der Biometrie rasch zu beheben. In Abstimmung mit der FMA passt die WKO daher die Berechnungsparameter an versicherungsmathematische Notwendigkeiten an.

Zur Stabilisierung des Wirtschaftskammern-Pensionskassensystems sind darüber hinaus von den Wirtschaftskammern weitere Reformschritte geplant. Vor dem Hintergrund von zwei schweren Wirtschafts- und Finanzmarktkrisen (2001 und 2008) ist klar, dass die derzeitigen Rechnungszinssätze in der Pensionskasse, welche aufgrund der Erfahrungen der 90er Jahre festgelegt wurden, nicht mehr marktkonform sind.

Geplant ist:
Umstellung von Rechnungszins und rechnungsmäßigem Überschuss auf ein von der Finanzmarktaufsicht (FMA) zum heutigen Zeitpunkt anerkanntes Niveau: So soll der Rechnungszins auf 2,75 Prozent gesenkt werden. Darüber hinaus wird über einen Zeitraum von 10 Jahren die Schwankungsrückstellung in der Pensionskasse dotiert, um Veranlagungsergebnisse in schwierigen Finanzmarktzeiten auszugleichen.

Um den Mitarbeitern die eigenverantwortliche Entscheidung über ihre Pensionsvorsorge zu ermöglichen, ist geplant, dass es keine Pensionskassen-Zusagen mehr für künftig neu eintretende MitarbeiterInnen geben soll. Außerdem wird die Wirtschaftskammern Pensionskasse AG an eine überbetriebliche Pensionskasse übertragen. (RH)

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