JUGENDVERTRETUNG: "Erasmus for all" ist Mogelpackung für Jugendliche

Die BJV warnt vor den Folgen der geplanten Zusammenlegung von EU-Förderprogrammen zu dem heute präsentierten Programm "Erasmus for all".

Wien (OTS) - Die Bundesjugendvertretung (BJV) kritisiert die geplante Zusammenlegung mehrerer EU-Programme unter "Erasmus for all" und betont, dass die heutigen Lobeshymnen mit Vorsicht zu genießen sind: "Die geplante Budgeterhöhung ist zwar aus bildungspolitischer Sicht begrüßenswert, dennoch ist zu befürchten, dass zentrale jugendpolitische Aufgaben in diesem Programm untergehen", so BJV-Vorsitzender Wolfgang Moitzi.
Aus jugendpolitischer Sicht ist die Zusammenlegung der Programme aus folgenden Gründen bedenklich: "Erasmus for all konzentriert sich hauptsächlich auf den Bereich Bildung und hier vorrangig auf formale Strukturen. Viele wichtige außerschulische Initiativen von jungen Menschen (informelle Jugendgruppen, Einzelinitiativen und Projekte) müssen künftig um ihr Bestehen ringen", warnt Moitzi.

Insbesondere betont die BJV, dass es immer schwerer möglich sei, auch benachteiligte Jugendliche zu erreichen, was bisher festgelegtes Ziel des EU-Jugendprogrammes war. "Hier wird auch die Chance verspielt, Jugendlichen einen niederschwelligen und direkten Kontakt zu EU-Institutionen zu ermöglichen. Gerade junge Menschen müssen aber als Zielgruppe und Ansprechpersonen ernst genommen werden. Sie sollen die EU maßgeblich mitgestalten", ruft Moitzi auf.

Der Vorsitzende verweist auch darauf, dass die geplante Maßnahme nicht im Sinne der erst kürzlich beschlossenen Europäischen Jugendstrategie steht: "Von den acht Schwerpunkten konzentriert sich das neue Programm nur auf einen, nämlich Bildung. Wir fragen uns, wie die EU den anderen Schwerpunkten Partizipation, Teilhabe, Soziale Integration, Kreativität, Freiwilliges Engagement oder Gesundheit gerecht werden will. Diese für die Entwicklung unserer Gesellschaft wichtigen Bereiche kommen in den jetzigen Plänen nicht mehr vor, womit die Europäische Jugendstrategie zur Worthülse verkommt."

Die BJV macht sich schon seit Monaten für die Beibehaltung des eigenständigen EU-Jugendprogrammes stark, wofür sich außerdem zahlreiche EU-Mitgliedsstaaten und auch Jugendminister Mitterlehner eingesetzt haben. Diese Bestrebungen wurden durch eine groß angelegte Konsultation zur Zukunft des EU-Programms unter Einzelpersonen, Organisationen und öffentliche Einrichtungen untermauert.
Die BJV ruft jetzt Jugendminister Mitterlehner auf, sich noch einmal vehement für die Beibehaltung einzusetzen. "Außerdem richten wir uns an alle EU-Abgeordneten, sich den Entwurf aus jugendpolitischer Sicht ganz genau anzusehen und sich nicht durch die in Aussicht gestellte Budgeterhöhung blenden zu lassen. Denn die geplante Zusammenlegung setzt die Vielfalt von Jugendinitiativen aufs Spiel", so Moitzi.

Link zur Website der österreichischen Nationalagentur Jugend in Aktion: www.jugendinaktion.at

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