Karlheinz Töchterle: Wertvolle Anregungen aus China für gelungenen Wissenstransfer

Wissenschafts- und Forschungsminister besucht in Shanghai Universitäten und Forschungseinrichtungen - Gespräche mit Studierenden in Österreich-Bibliothek

Wien (OTS) - Am Programm der China-Reise von Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle stehen heute mehrere Termine an Universitäten und Forschungseinrichtungen in Shanghai. Gemeinsam mit der hochrangigen Wissenschafts-Delegation besucht er die Fudan University, die Tongji University, das Austrian Center Shanghai und das AVL Technical Center Shanghai. Unter anderem traf der Minister in der Österreich-Bibliothek an der Fudan University mit chinesischen Studierenden zusammen, die einen Studienaufenthalt in Österreich absolviert haben. Donnerstagvormittag kehrt der Minister nach Wien zurück.

"Wir müssen die Forschungs- und Innovationskraft der Universitäten noch stärker nutzen", so Töchterle. Dabei biete gerade auch China wertvolle Anregungen für einen gelungenen Wissenstransfer, betont Töchterle nach dem Besuch des AVL Technical Center Shanghai. AVL ist das weltweit größte private und unabhängige Unternehmen für die Entwicklung von Antriebssystemen mit Verbrennungsmotoren und Mess-und Prüftechnik. Das Unternehmen ist ein Best Practice Beispiel für eine universitäre Ausgründung und wurde 1946 von Prof. Hans List gegründet. Heute wird das Unternehmen von Prof. Helmut List geführt, er ist auch Vorsitzender des Universitätsrats an der Technischen Universität Graz.

AVL sei "ein hervorragendes Beispiel, dass erfolgreicher Wissens- und Technologietransfer durch optimale wirtschaftliche Verwertung neuer Forschungsergebnisse eine solide Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bildet", so Töchterle. "Universitäre Ausgründungen sind ein Aushängeschild für die Exzellenz der Universitäten und Wissenschaftler weltweit." Um die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft noch stärker bewusst und öffentlich zu machen, sollen in Zukunft junge, innovative spin-offs mit dem in Alpbach präsentierten Unternehmenspreis "Phönix 2012 - Gründungen mit Zukunft" ausgezeichnet werden.

Neben dem Besuch des AVL Technical Center Shanghai war der Minister auch an zwei Universitäten zu Gast, wo er sich über die Rahmenbedingungen für Studierende und Lehrende sowie die Forschungsschwerpunkte informierte. Die 1905 gegründete Fudan University gehört zu den ältesten und renommiertesten Universitäten in China und gilt besonders in den Bereichen Physik, Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften und Medizin als exzellent. An der Fudan University studieren rund 46.000 Studierende aus dem In- und Ausland. Mit österreichischen Universitäten bestehen fünf Kooperationen. Die Fudan University beherbergt das Austrian Center Shanghai, welches aus der bilateralen Partnerschaft der Universität Salzburg und der Fudan Universität auf Betreiben von Dr. Brigitte Winklehner (Präsidentin des Eurasia-Pacific Uninet) und dem ehemaligen Präsidenten der Fudan Universität, Prof. Wang Shenghong, hervorging und 2005 gegründet wurde. Das Austria Center in Shanghai beherbergt eine Österreich-Bibliothek mit rund 4.500 Büchern, die sich aus Bücherspenden des Außen- und Wissenschaftsministeriums zusammensetzen.

Im Zuge der administrativen Integration des Eurasia Pacific Uninet in die OeAD-GmbH wurde auch das Austrian Center Shanghai dem OeAD angegliedert. Das Austrian Center Shanghai umfasst unter anderem folgenden Aufgabenbereich:

- Initiierung und Förderung der Zusammenarbeit zwischen akademischen und wissenschaftlichen Institutionen in Österreich und China

- Unterstützung österreichischer Forscher/innen bei Forschungsprojekten in China

- Organisation von Kurzstudienprogrammen und Sommer Schools

- Information und Beratung zum Hochschulwesen in Österreich

- Förderung der Studierendenmobilität

Über ihre Erfahrungen mit dem Austrian Center in Shanghai erzählten auch zahlreiche Alumni, die an einer österreichischen Universität studiert hatten und Minister Töchterle im Austrian Center Shanghai zu einem Gespräch traf.

Weiters war der Minister an der Tongji Universität zu Gast. Sie ist die größte Technische Universität Chinas. Österreich hat eine enge Verbindung mit der Tongji Universität: Bereits 1926 wurde Prof. Hans List als Wissenschaftler an die Universität berufen, er hat das Institut für Wärmekraftmaschinen aufgebaut. An der Universität Tongji studierenden 55.000 Studierende in rund 82 Bachelor-, 209 Master- und 78 Dokotoratsprogrammen. Zudem ist die Tongji Universität eines der wichtigsten Forschungszentren des Landes mit über 14 staatlichen Forschungseinrichtungen und Schwerpunktlaboren.

Große Bedeutung hat an der Universität Tongji der Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Die lange Tradition der Nachhaltigkeit in Österreich eröffnet viele Kooperationsmöglichkeiten für österreichische Universitäten, Fachhochschulen und Forschungseinrichtungen, sowie auch Unternehmen, die künftig genützt werden sollen. "Das Know-how ist an beiden Standorten vorhanden und soll künftig gekoppelt werden, so dass für beide Seiten ein Mehrwert entsteht", betont Töchterle.

Die Austauschprogramme zwischen Österreich und der Volksrepublik China sind vielfältig und gefragt. So wurden im Studienjahr 2010/2011 63 Stipendien im Rahmen der Technologiestipendien Ost-/Zentral-/Südasien an Studierende aus China vergeben. Im Rahmen der Wissenschaftlich technischen Zusammenarbeit wird der Austausch innerhalb von bilateralen Forschungsprojekten gefördert, davon haben im Studienjahr 2010/2011 44 Studierende (28 Incomings, 16 Outgoings) profitiert.

Heute Abend beendet Karlheinz Töchterle seinen Arbeitsbesuch in China und kehrt morgen Vormittag nach Wien zurück.

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