ORF-Programmänderungen in memoriam Georg Kreisler und Sena Jurinac

Wien (OTS) - In memoriam Georg Kreisler und Sena Jurinac ändern Ö1 und ORF 2 ihre Programme wie folgt:

Die Ö1-Spielräume senden heute, Mittwoch, 23.11. zum Tod von Georg Kreisler "Der Fortgeher ist fortgegangen" (17.30 Uhr). Kreisler wird mit Liedern wie "Taubenvergiften im Park" oder "Das Triangel" identifiziert, während seine politischen Texte oft von erstaunlicher Aktualität sind und weit mehr Beachtung verdienten. In den "Spielräumen" sind einige davon zu hören.

Am Samstag, den 26.11. steht "Diagonal - Zur Person" im Zeichen Kreislers. Michael Schrott präsentiert ab 17.05 Uhr in Ö1 das Porträt "Ich war ein Ausgestoßener" aus dem Jahr 2007. Was Georg Kreisler war, ist schwer zu sagen, wenn man ihm dabei gerecht werden will. Natürlich Kabarettist - aber das wollte er nie sein. Singender Klavierspieler? Das war er nur, weil er damit am leichtesten Geld verdienen konnte. Komponist? Ja, schon, er hat Musicals und Opern geschrieben, aber als Komponisten kannte man ihn eigentlich nicht. Ein Mann des Theaters oder ein Dirigent? Das wäre er gern geworden, aber daraus ist nichts geworden. War er schlicht und einfach ein Genie? War er ein Satiriker? Ja, einer der in die Nachbarschaft eines Juvenal, Swift, Voltaire oder Karl Kraus gehört, schreibt Daniel Kehlmann. Sicher war Georg Kreisler ein Nomade, ein Ruheloser, einer, den es nirgendwo lange gehalten hat.

Ebenfalls am Samstag, den 26.11., zeigt ORF 2 um 23.30 Uhr, mit "In memoriam Georg Kreisler" einen filmischen Nachruf auf den Wiener Schriftsteller, Satiriker und Musiker, der gemeinsam mit Gerhard Bronner, Helmut Qualtinger, Peter Wehle und Hans Weigel die politische Kabarettszene der Nachkriegsjahre prägte. Wegen der NS-Bedrohung emigrierte der Künstler 1938 in die USA und kehrte erst Mitte der Fünfziger Jahre in seine Geburtsstadt Wien zurück, zu der ein sehr zwiespältiges Verhältnis hatte. In der Emigration komponierte Kreisler Filmmusiken für Hollywood, unter anderem für Charlie Chaplin. Nach seiner Heimkehr leitete er gemeinsam mit Gerhard Bronner in Wien das "Intime Theater". Kreisler war Autor zahlreicher Bücher, Bühnenstücke und Fernsehspiele. Musikalität, Wortwitz, politische Radikalität mit schwarzem Humor durchzogen.

"Ernste Bedenken - Lieder und Gedanken zur Zeit" von Georg Kreisler sind in "Contra" am 27.11. (22.05 Uhr, Ö1) zu hören. "Ich möchte nicht zum wandelnden Tonmuseum meiner 'bösen alten Lieder' gemacht werden", sagte Kreisler. Vor einiger Zeit verabschiedete er sich als Interpret seiner schwarzhumorigen Lieder von seinem Publikum, um - abgesehen von einer Abschiedstour - stärker als Lesender, Autor und Regisseur in Erscheinung zu treten. Freiheit, die Sehnsucht nach einer gerechten Welt und die Entlarvung spießbürgerlicher Moral sind Themen, die Georg Kreisler sein Leben lang beschäftigt haben. Seine Ambivalenz zu Wien, seine Streitbarkeit, die er sich bis ins hohe Alter bewahrte und sein Blick auf die Defizite unserer Gesellschaft haben ihn zu einem des bedeutendsten österreichischen Satiriker und Zeitkommenatoren gemacht.

In memoriam Sena Jurinac

Sie war "die Sena": Sena Jurinac, die Sängerin mit dem großen Herzen, der mitreißenden Impulsivität, und einer Stimme, die es nur einmal gab. Die Wienerin (und Festspiel-Salzburgerin) aus Bosnien, die als Octavian, Marschallin, "Ariadne"-Komponist, Cherubino und mit vielen weiteren Rollen Operngeschichte mitgeschrieben hat, ist am 22. November verstorben, kurz nach ihrem 90.Geburtstag. "Stimmen hören" bringt am Donnerstag, den 24.11. um 19.30 Uhr in Ö1 noch einmal die bleibenden Aufnahmen von Sena Jurinac und, in einem raren historischen Tondokument, auch Selbstreflexionen der Mezzosopranistin.(hb)

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