Wirtschaftsverband NÖ erreicht breite Zustimmung zu besserer sozialer Absicherung der UnternehmerInnen!

Präsident Günter Ernst: "SWV NÖ besteht auf faire Bedingungen in der Krankenversicherung"

St. Pölten (OTS) - Im Rahmen seiner Aktion "Fairsicherung" setzt sich der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Niederösterreich (SWV NÖ) für eine bessere soziale Absicherung der UnternehmerInnen ein. Im Wirtschaftsparlament der WKNÖ am 22.11. wurden drei "Fairsicherungs"-Anträge des SWV NÖ einstimmig angenommen.
Sie sehen eine Senkung der Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung, ein höheres Wochengeld für Unternehmerinnen im Mutterschutz und ein Krankengeld für Selbständige bei Arbeitsunfähigkeit vor. Keine Mehrheit fand dagegen der SWV NÖ-Antrag auf Abschaffung des Selbstbehalts beim Arztbesuch.

"Eine Umsetzung dieser Forderungen wäre besonders im Interesse der Einpersonen- und KleinunternehmerInnen", erklärt Wirtschaftsverband NÖ-Präsident Komm.-Rat Günter Ernst. "Rund die Hälfte der UnternehmerInnen in Österreich hat heute ein Monatseinkommen von umgerechnet weniger als 950,- Euro. Ein Viertel der Selbständigen verdient bei der Tätigkeit weniger als 3.725 Euro im Jahr. Trotz dieser schwierigen Einkommensverhältnisse finden die Gewerbetreibenden in entscheidenden Bereichen der Sozialversicherung wesentlich schlechtere Bedingungen als ArbeitnehmerInnen vor."

"Wir wollen das rasch ändern und eine Gleichstellung mit den ASVG-Versicherten erreichen. Es ist einfach nicht fair, dass der Mindestbeitrag in der Krankenversicherung für Selbständige um 80 Prozent höher ist, schwangere Unternehmerinnen aufgrund des niedrigen Wochengeldes oft bis zum Geburtstermin ihrer Tätigkeit nachgehen müssen und EinpersonenunternehmerInnen alleine gelassen werden, wenn sie wegen einer Erkrankung nicht arbeiten können und dadurch kein Einkommen haben."

"Mit der Zustimmung zu drei unserer Anträge im Wirtschaftsparlament wurde unsere Arbeit und unsere Forderung bestätigt, dass die Bedingungen für die UnternehmerInnen verbessert werden müssen. Es ist ein erster Schritt, dem umgehend weitere folgen müssen."

"Denn völlig unverständlich ist, warum unser Antrag auf Abschaffung des Selbstbehalts für UnternehmerInnen beim Arztbesuch keine Mehrheit gefunden hat. Denn hier ist die größte Ungerechtigkeit gegeben. Dagegen werden wir weiter auf allen Ebenen ankämpfen. Immerhin haben bereits drei von vier Fraktionen im Wirtschaftsparlament unseren Antrag unterstützt."

"Wie soll man UnternehmerInnen erklären, dass sie zwar die gleichen Beiträge wie ASVG-Versicherte in die Krankenversicherung einzahlen, im Gegensatz zu ASVG-Versicherten beim Besuch eines Arztes aber einen 20-prozentigen Selbstbehalt leisten müssen. Die Ungleichbehandlung wird ja dadurch verschärft, dass den Gewerbetreibenden auch noch höhere Behandlungstarife verrechnet werden, was ebenfalls nicht zu rechtfertigen ist."
"Gleicher Beitrag muss auch gleiche Leistung bedeuten", verlangt Günter Ernst.

Er gibt zu bedenken, dass die derzeitigen Mehrkosten häufig zum Aufschieben notwendiger Arztbesuche und damit zu schwerwiegenden Folgen führen. "Die verspäteten Behandlungen verzögern die Gesundung der PatientInnen und ziehen erst recht wieder höhere Kosten nach sich, und zwar sowohl für die Betroffenen als auch für das Gesundheitswesen."

"UnternehmerInnen schaffen für sich und andere Erwerbstätige Arbeitsplätze und erfüllen in allen Regionen unseres Landes eine wichtige Funktion bei der Versorgung der Menschen mit Gütern und Dienstleistungen. Man sollte sie bei ihrer Arbeit unterstützen, statt ihnen durch eine Schlechterstellung in vielen Bereichen das Leben schwer zu machen", stellt der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes NÖ fest.

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